Ein bißchen was über Rollenspiele und Trading Card Games


Auch wenn beide Sachen im Moment bei mir auf Eis liegen, möchte ich Euch etwas über Trading Card Games und Rollenspiele erzählen. Angefangen hat es so ungefähr 1990 mit Rollenspielen, die Card Games kamen so etwa Ende 1994 hinzu.

Rollenspiele

Der letzte Rollenspielabend liegt schon wirklich lange zurück, ich schätze mal so um die 5 Jahre. Heute habe ich schlicht und einfach keine Zeit mehr dazu; früher haben wir uns immer samstags von 11:00 an getroffen und manchmal bis nach 24:00 zusammen gesessen. Ich würde immer noch gerne das ein oder andere Rollenspiel spielen, aber dazu muß zuerst der 36h Tag eingeführt werden...

Das erste Spielsystem, das wir über eine lange Zeit hinweg gespielt haben, war "Das schwarze Auge". Ich denke mal, für Anfänger ist es immer noch ein recht gutes System, auch wenn die Preise inzwischen recht hoch sind (kostete damals die Startbox um die 30DM sind es jetzt etwa 50DM), aber das ist bei anderen Rollenspielen auch nicht anders. Positiv fand ich das Talentesystem, alle Charaktere hatten die gleichen Eigenschaften, nur mehr oder weniger gut ausgebildet. Bei AD&D z.B. hatte nicht jeder von vornherein die Eigenschaft 'Schleichen', da gab es dann Probleme, wie man das als Meister handhaben soll, er kann ja nicht sagen, daß jeder, der kein 'Schleichen' hat, rumpoltert wie eine Fußballmannschaft nach dem Gewinn der Meisterschaft. Andererseits war DSA (Das Schwarze Auge) nie so richtig komplex und ausgeklügelt, im Prinzip mehr für die jüngeren Spieler. Dafür kam man immer recht gut an die Sachen ran (man stelle sich vor, man frage in einem normalen Spielwarenladen nach dem "Ravenloft Monsterous Compendium II"...), inzwischen gibt's die Sachen auch in Buchhandlungen.
Danach versuchten wir es mit AD&D (Advanced Dungeons & Dragons), aber blieben nicht sehr lange dabei. Das Talentesystem war uns zu unausgegoren und mir persönlich gefiel das Prinzip der "Gesinnung" nicht. Unsere Gruppe hatte sich darauf geeinigt, keine bösen Helden zu benutzen und da "Neutral-Neutral" nicht ernsthaft spielbar war, blieben nur noch 5 Möglichkeiten, von denen mir auch wieder 3 nicht gefielen, da ich keinen "rechtschaffenen" Charakter spielen wollte (die Kerle dürfen doch nix). Wie dem auch sei, nach AD&D kehrten wir nochmal kurz zu DSA zurück, bevor alles im Sand zerlief.
Inzwischen habe ich mehr über "Ravenloft" gehört und finde das Prinzip, das dahintersteckt, ganz gut. Ebenso "Planescape" hat es mir angetan, das macht nicht den total bierernsten Eindruck (schließlich ist es nur ein Spiel), daneben ist es recht modern gestaltet (einigen sollte der Name DiTerlizzi etwas sagen, der ist dort für das Artwork verantwortlich, d.h. die Illustrationen sind wirklich genial). Desweiteren würde mich ein Cthulhu-Rollenspiel reizen, allein schon wegen der Hintergrundgeschichte.

Und es gibt doch etwas neues zum Thema Rollenspiele! Ein Freund von mir, der selbst leidenschaftlicher und vor allem aktiver Rollenspieler ist überhäuft mich immer mit Informationen zu den unterschiedlichsten Rollenspielsystemen, was dann teilweise darin endet, daß er mir die Regelbücher zu verschiedenen Systemen mitbringt, nur damit ich mir ein Bild von dem tollen Hintergrund machen kann. Teilweise haben sich die Autoren da richtig tolle Dinge ausgedacht muß ich sagen. Bisher am meisten hat mich die Planescape Welt von AD&D fasziniert. Jetzt ist wirklich alles möglich: man bereist nämlich die Gegenden, von denen die beschworenen Monster kommen und die Götter höchstselbt wohnen. Das komplette Konzept ist einfach nur genial. Man kann grob sagen, es gibt die "normalen" Leute, also ganz normal diejenigen, die auch in bisherigen Welten zuhause waren, und die, die auf den verschiedenen Planes zuhause sind. Und diese letzteren (die Planars) haben jetzt noch zusätzlich zu der schon bekannten Gesinnung (gut-böse, rechtschaffen-chaotisch) einen festen Standpunkt, was der Sinn des Lebens und des Multiversums ist, nach dem sie leben und in Gruppen organisiert sind. Es gibt eine Menge Veränderungen zu dem, was man bisher von AD&D gewohnt ist, am kuriosesten finde ich, daß man ganze Städte einfach in eine bestimmte Plane ziehen kann, wenn man dafür sorgt, daß in der Stadt herrschende Sitten und Gewohnheiten denen der gewünschten Plane entsprechen. Auch mit der Magie gibt es so einige Verwirrungen, nicht alles, was man bis jetzt zu wissen glaubte, ist auch wirklich immer so. Bei dem kurzen Eindruck, den ich bis jetzt habe, denke ich zwar, daß Magier dadurch etwas geschwächt werden, aber ich kann mich täschen. Jedenfalls birgt das Konzept ein ungeheueres Potential, so daß ich langsam aber sicher wieder das dringende Bedürfnis verspüre, mich mit ein paar weiteren Recken ins Abenteuer zu stürzen!


Trading Card Games

Wenn es nach Wizards of the Coast (WotC) ginge, dann würde inzwischen jeder was mit dem Begriff "Magic: The Gathering" anfangen können, deren Werbekampagne läuft jedenfalls auf Hochtouren. Unbestritten ist Magic z.Z. das gefragteste alle Trading Card Games (TCGs), mit ihm wurde 1993 eine völlig neue Spielebranche erfunden, die WotC einen gigantischen Umsatz bescheren dürfte. Und genau da liegt auch schon der Haken: Man kann das Spiel nicht komplett kaufen, sonder muß sich sog. "Booster" kaufen, in denen 15 Karten in 3 verschiedenen Seltenheitsstufen stecken, und sich so sein Spielmaterial zusammensammeln (daher der Name). Aber auch das ist noch nicht alles, denn es kommen regelmäßig neue Karten hinzu. Das Ganze artet daher schnell in einer wahren Kauforgie aus, will man immer up to date sein. Plan von WotC ist es, Magic zu einem intellektuellen Sport wie Schach zu machen, und die Chancen stehen meines Erachtens gar nicht mal so übel: nachdem es zuerst organisierte Turniere gab, wo man nur um Punkte in einer Weltrangliste kämpfte (was damals noch nicht ganz so viel bedeutete), gibt es seit 1996 Profiturniere, die z.Z. mit bis zu 200.000$ dotiert sind; seit 1997 finden diese auch vereinzelt in Europa statt. Mittlerweile gibt es ca. 1Mio Spieler rund um die Welt, viele davon organisiert, hier in Deutschland ist auch schon eine Bundesliga gestartet.
Das hört sich ja alles nicht so schlecht an, aber irgendwie scheint der Spaß am Spiel unter der Turniermentalität zu leiden, ich kenne viele, die Magic wieder aufgegeben haben, weil sie für ein Spiel, das gesellig sein und Spaß machen soll, nicht so viel Zeit und Geld investieren wollen. Im Prinzip geht's mir nicht anders. Ich war der einzige aus der näheren Umgebung, der den Ehrgeiz hatte, auch auf Turnieren mitzuspielen und deswegen auch schon mal 100km und vereinzelt auch mehr zu fahren. Demzufolge machte es den anderen irgendwann nicht mehr soviel Spaß, gegen mich anzutreten, weil ich durch das viele Training oft gewonnen habe. So blieben mir nur die Turniere, aber wenn man da nicht im Mittelmaß versinken will, muß man wirklich viel kostbare Zeit und einen Haufen Geld opfern. Irgendwann ging das alles nicht mehr und ich habe schon seit mehr als ein halbes Jahr kein Magic mehr gespielt. Eigentlich schade, aber wenn man die Politik von WotC so anschaut, sollen die sich nicht wundern, wenn immer mehr Leute aufhören, weil einfach zuviel neue Karten in viel zu kurzer Zeit veröffentlicht werden: pro Jahr eine Stand-Alone-Expansion (deren Karten man auch vollkommen ohne andere Magickarten spielen kann) mit zwischen 300 und 400 neuen Karten und dazu zwei kleinere Expansions mit ca.150 Karten, macht im Jahr knappe 700 neue Karten. Dabei sind die Karten in 3 Kategorien unterteilt: Rare (selten), Uncommon (ungewöhnlich) und Common (häfig), jede Expansion besteht in etwa zu gleichen Teilen aus Rare, Uncommons und Commons, in einem Booster von 15 Karten sind aber nur 1 Rare und 3 Uncommons, dafür aber 11 Commons, d.h. bevor man alle Rare-Cards einer Serie zusammen hat, kann man andere Leute mit nutzlosen Common-Cards totschmeißen. Wenn ich mich nicht irre, ist das bei anderen TCGs etwas besser geregelt: pro Booster 2 Rares und 4 Uncommons, es wird langsam Zeit, daß WotC mal endlich ein Einsehen mit den Spielern hat und die eigene Gewinnsucht etwas herunterschraubt.
Im Prinzip könnte ich noch sehr viel mehr erzählen, aber dann würde ich wohl doch die 15MB, die ich hier frei hab', sprengen. Einem kompletten Neuling das Prinzip von Sammelkartenspielen hier zu erklären, kann ich sowieso nicht, da sollte man besser in einen Fantasy Laden gehen und dort einen fragen, die können auch direkt auf Fragen reagieren.

Ein weiteres TCG, das ich mal kurz angecheckt habe, ist "Arcadia - The Wyld Hunt". Leider ist dies schon eingestellt worden, da es sich zu schlecht verkauft hat, obwohl das Spielprinzip doch gar nicht so schlecht war. Im großen und ganzen war Arcadia mehr ein portables Rollenspiel, da man einen Charakter erschaffen hat, der dann auch mit der Zeit besser wurde (gesetzt den Fall, man spielt Kampagnen). Die geschah durch das bestehen von (vorgefertigten) Abenteuern, derjenige, der seins zuerst gelöst hatte, bekam dafür Erfahrungspunkte, die er in Verbesserung von guten Eigenschaften oder in Abgewöhnung von schlechten Eigenschaften stecken konnte. Dummerweise gibt es kaum Support für Arcadia, wie auch für diverse andere Spiele, die man nur noch auf Bestellung (dann meist auch nur in größeren Mengen) bekommt.

Das dritte TCG ist "Mythos", welches auf den Geschichten von H.P.Lovecraft basiert. Wie Arcadia unterscheidet es sich sehr von Magic, man muß Geschichten mit seinen Karten nacherzählen indem man Ort besucht, Personen aufsucht, magische Gegenstände auffindet und bestimmte Ereignisse hervorruft, die auf den Geschichtskarten vermerkt sind. Eigentlich ist das ganze Prinzip recht simpel, doch es macht wirklich Spaß. Man gewinnt, wenn der Gegner keine 'Geistige Sabilität' mehr oder man selbst mehr Punkte für nacherzählte Geschichten hat. Aber auch für Mythos gilt, daß die meisten Fantasy-Shops keine Karten da haben sondern nur bestellen können, dann muß man aber ein ganzes Display (mit 36 Boostern) nehmen, da die Gefahr sonst zu groß ist, daß der Laden auf den restlichen Karten sitzenbleibt, da z.Z. nur Magic und mit ein paar Abstrichen Star Wars, Star Trek und Mittelerde gekauft werden. Auch hier ist es mal wieder schade, denn ich würde mich gerne mal ein bißchen intensiver mit Mythos beschäftigen, aber nur auf reiner Fun-Ebene. Sollte jemand Mythos spielen (und evtl. sogar aus der Nähe von Aachen kommen), sollte derjenige unbedingt mit mir Kontakt aufnehmen!


Fantasylinks

Tradingcards
Wizards of the Coast Hauptseite der Company
Magic: The Gathering ofizielle Seite bei WotC
The Duelist Online-Form des offiziellen WotC-Magazines
Wizards Europe Europäische Abteilung (incl. Turnieren auf unserem Kontinent)
The Magic Dojo gute und kompetente Support-Seite
Linksammlung Fanseiten von Magic
Ivory Tower Tübingen Magic-Club, gute Aufmachung
Suchergebnis Yahoo Was Yahoo zu Magic zu bieten hat
Chaosium Offizielle Mythos Seite
Suchergebnis Yahoo Was Yahoo zu Mythos zu bieten hat
Suchergebnis AltaVista Was AltaVista zu Arcadia zu bieten hat
Decipher Herausgeber vom Star Wars und Star Trek TCG
Rollenspiele
TSR, Inc. Die Company, die AD&D herausgebracht hat
DRoSI Der Deutsche Rollenspielindex
The German MUD List Verzeichnis deutscher MultiUserDungeons
Fantasy
Tolkien deutsche Fanseite
Der Herr der Ringe deutsche Fanseite
Fantasy & More Spricht für sich selbst
Abenteuer & Phantastik Diskussionsforum des Kartefakts
Fantasy-Shops
Black Wizards Versender
Cologne Trading Card Shop logischerweise aus Köln
Comics am Raschplatz Laden in Hannover
Fantasy In ebenfalls aus Hannover
Gamer Guide Laden in Dortmund
Game World Versender
Haus der Fantasie Laden in Hamburg
TTT Laden in Harburg


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