Konzertberichte aus erster Hand


Konzerte 1997 Konzerte 1998 Konzerte 1999 Konzerte 2000
Farmer Boys, Aachen Goddess of Desire, Köln Project Pitchfork, Düsseldorf And One, Hamburg
Farmer Boys, Köln Schweisser, Übach Palenberg Bolt Thrower, Essen Einstürzende Neubauten, Hamburg
Supersoma, Mönchengladbach Immortal, Essen Farmer Boys, Cloppenburg
Farmer Boys, Neuss Dynamo Open Air, Mierlo Headbangers Open Air, Brande-Hörnerkirche
Subway to Sally, Übach Palenberg Ministry, Bochum Wacken Open Air, Wacken
In Rags, Aachen Wacken Open Air, Wacken Rockspektakel, Hamburg
Dynamo Open Air, Eindhoven Oomph! & Farmer Boys, Hamburg
Apocalyptica, Aachen Oomph! & Farmer Boys, Bochum
Fear Factory, Bochum Oomph! & Farmer Boys, Köln
Konzerte 2001
Atrocity & Pain, Hamburg
Dark At Dawn & Soulsgate, Hamburg
Crack Up & Dark Age, Hamburg
Farmer Boys, Ahrensburg
Headbangers Open Air, Brande-Hörnerkirchen
Wacken Open Air, Wacken


09.01.1998: Ages Gone, Exhumator, Goddess of Desire; Köln, Tunnels

Mal abgesehen davon, dass die Parkplatzsituation vor Ort (Kartäuserwall 18, neben dem Chlodwigplatz) miserabel ist, sind die Tunnels doch irgendwie kultig. Viele Treppen führen nach unten in zwei alte Steinröhren, eine dient als Bar, die andere als Konzerthalle.

Angesetzt war das Konzert für 21:00, aber aus irgendwelchen Gründen ging's doch erst um 21:45 mit Ages Gone los. Die Truppe hat sich offensichtlich dem Black Metal verschrieben, glücklicherweise aber auf Blastspeed-Attacken weitestgehend verzichtet. Aber irgendwie paßte ihr Auftreten nicht ganz dazu: der Basser paßt optisch wohl besser zu Suicidal Tendencies und überhaupt haben sie etwas viel auf der Bühne rumgealbert. Meine Musikrichtung ist es ja eh nicht, aber der Sänger hat sich lobenswerterweise immer darum bemüht, das Publikum aus der Reserve zu locken. Und siehe da: der letzte Song des Sets und die Zugabe (!) konnten sogar mir gefallen!

Nach einem Soundcheck, wo wir massenweise Riffs von Metallica, Slayer, Machine Head und Rage against the Machine um die Ohren geballert bekamen, enterten Exhumator die Bühne. Zuerst hatte ich so meine Bedenken, der Bass war in Raeggae-Farben dekoriert, der kurzhaarige Leadgitarrist trug ein Machine-Head-Shirt und auch der Sänger hatte eine eher brave Frisur. Aber es kam ganz anders! Exhumator verbinden alles Gute der frühen Metallica, Slayer und Pantera zu einer echt mitreißenden Musik. Vor allem erwähnter Gitarrist ist wohl ein Glücksgriff für die Band: er schneidet Grimmassen und ist ständig in Bewegung, ein echter Hingucker. Zum Ende des Gigs präsentierte der Sänger noch ihre CD, von der er 3 Exemplare in die Menge schmiß. Ob der Wohlstand ausgebrochen ist? Jedenfalls hat die Aktion ihr Ziel erreicht: ich hab' eine CD gefangen und mache jetzt Werbung für die Truppe auf meiner HP. So ähnlich müssen die sich das vorgestellt haben, haha. Die CD selbst ist auch ein echter Renner, sie hätte einfach nur vor der "Seasons in the Abyss von Slayer" rauskommen müssen!

Erst um 00:30 (!!) legten dann Goddess of Desire los. Trotz beengender Verhältnisse auf der Bühne konnten sie alle Elemente ihre Show durchziehen, die da wären: Totenschädel als Kerzenhalter, brennende Schwerter und Kreuze, Feuerspuckeinlagen, Köpfen eines Bischofs und halt die beiden Mädels, die fest zur Truppe gehören. Musikalisch gab es einen Großteil ihrer Songs zu hören, gespickt mit einigen Coverversionen wie z.B. "Symptom of the Universe" von Black Sabbath oder "Buried Alive" von Venom. In anbetracht der Tatsache, daß es schon so spät war, sind wohl schon viele frühzeitig gegangen (oder es waren Kumpels der Vorbands); war die Röhre zuerst doch gut gefüllt, standen waehrend G.O.D. im hinteren Drittel so gut wie keine Leute mehr. Naja, um 01:40 war dann Schicht und es ging wieder auf den Heimweg.

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21.01.1998: CMF, Schweisser; Übach Palenberg, Rockfabrik

Kurz vor 20:00, dem offiziellen Einlaß, waren wir an der Rockfabrik, doch das Bild, das sich uns bot, war erschreckend: Kaum Autos auf dem Parkplatz und die Schlage an der Tür verdiente diesen Namen wirklich nicht. Sollte es so leef bleiben wie bei Nevermore & Iced Earth '97, wo maximal 140 Leute waren (was eine Schande!)?

Aber dann ging's erstmal rein und schon von weitem konnte ich den Merchandise-Stand mit dem CMF T-Shirt sehen. Immerhin, eine bessere Vorband für diesen Abend konnte ich mir nicht vorstellen (bis zuletzt stand noch nicht fest, wer denn eröffnet). Mit der Zeit füllte sich die Halle doch noch zu einem erträglichen Maße, richtig voll war es aber immer noch nicht

Während des Gigs von CMF bildeten mein Kumpel, ich und noch ein weiterer Metaller die erste Reihe, der Rest des Publikums hielt sich dezent zurück. Anscheinend kam die Musik des Trios nicht ganz so gut an, was vielleicht daran liegt, daß die Schweisser doch etwas häter zur Sache gehen und sich viele auch ähnliches von der Vorband erwarteten. Damit will ich nicht sagen, daß die Musik von CMF ruhig ist, aber halt bei weitem nicht so wuchtig. Zudem dauerte es am Anfang ein wenig, bis der Sound in Ordnung war, während der ersten beiden Songs sah man jedenfalls alle Drei, wie sie dem Soundmann Zeichen gaben, und zum Glück wurde es dann auch besser.

Eigentlich muß ich zugeben, daß ich gar nicht viel von dem Material der Schweisser kenne, von den letzten beiden Platten eigentlich nur "Heiland" und "Willkommen im Club", weil die auch desöfteren in der Metal-Disco in der Rockfabrik laufen. Trotzdem war der Gig wirklich toll. Der Sound war exzellent und alle Beteiligten schienen bester Laune, vor allem Sänger Böck und Saxophonist Buffo waren permanent in Bewegung. letzterer stand auf einem Podest in der Mitte, wo normalerweise bei einer Band das Schlagzeug steht. Selbiges mußte also an den rechten Bühnenrand weichen und konnte von weiter rechts gar nicht mehr gesehen werden, weil es von den dicken Boxen verdeckt wurde. Schade für diejenigen, die es nicht sehen konnten, denn auch der Drummer bestach durch eine beachtenswerte Optik, die wohl eher zum Schmunzeln geführt hat.

Während des gesamten Konzertes war in vorderster Front (aufgrund der vielen Bewegung kann man nicht von Reihen sprechen) sehr viel los, vor allem bei den hardcore-lastigen Songs ging wirklich die Post ab und ich wollte nicht unbedingt mitten im Moshpit sein. Am Ende des Gigs wurden die Schweisser dann noch zweimal zu einer Zugabe auf die Bühne gerufen, diesmal waren Böck und der Gitarrist "oben ohne", so daß, man auch ihre Tattoos bewundern konnte. Vor allem Böcks Rückentattoo sind beeindruckend aus: stilisierte Schwingen, die sich über die gesamte Breite seiner Schultern erstrecken.

Fazit: Ein durchaus gelungener Abend, nur einen Schwachpunkt gab es: das Saxophon von Buffo war eigentlich nur dann zu hören, wenn er alleine gespielt hat, sonst ging es meistens unter.

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18.02.1998: Paraclusis, Supersoma; Mönchengladbach, Double 5

Zur Überraschung aller Beteiligten war das Double 5 schon einige Zeit vor dem eigentlichen Beginn recht gut gefüllt: meiner Schätzung nach sollten es mindestens 80 Nasen gewesen sein, das war auf jeden Fall mehr als bei den Farmer Boys im B9 (Aachen) letzten Dezember! Das Double 5 an sich ist jedoch ziemlich klein, vor allem die Bühne, die noch einen Tick schmaler ist als im Kölner Underground. Aber das sollte der Stimmung keinen Abbruch tun...

Es war der erste Live-Auftritt von Paraclusis (ebenfalls aus MG), was man natü,rlich auch gut merken konnte, da von Stageacting noch keine Spur zu sehen war. Leider war auch der Gitarrensound nicht so prall, so daß das ein oder andere Solo kaum die Rhythmusgitarre übertönen konnte. Prinzipiell war aber nicht so viel an der Musik von Paraclusis auszusetzen, auch wenn die Songs am Anfang noch etwas unreif klangen, das Material steigerte sich zum Ende hin doch merkbar. Beschreiben würde ich die Mucke wie folgt: Basis bildet der Thrash, doch hier und da kamen auch Elemente aus Death, Hard Core, Tribal und Funk (aber jeweils immer nur wenig) zum Einsatz. Für meinen Geschmack sind Paraclusis am besten, wenn sie richtig abgehen, treibende Riffs benutzen und der Sänger richtig schön schreit. Am "normalen" Gesang, der auch öfters zum Einsatz kommt, sollte er aber noch etwas arbeiten, an manchen Stellen paßte er nicht und es gibt im Moment sowieso genügend Bands, die gerade auf diese Weise versuchen, sich von der Masse zu unterscheiden. Bemerkenswert aber die Menge an eigenem Material, die beide Bands darboten: ohne allzu große Pause dauerte der Gig knapp 2h!

Supersoma merkte man direkt an, daß sie schon einige Live-Erfahrung in kleinen Clubs gesammelt haben, auf der Bühne herrschte gut Bewegung, die mit wachsender Spielzeit sogar noch ein bißchen intensiver wurde. Das sprang auch recht schnell auf das Publikum über wo sich ein richtiger Moshpit bildete (für einen Club dieser Gr&oouml;ße eigentlich ungewöhnlich), in dem es richtig heftig zu ging. Ein Fan hatte sogar ziemlich eins auf's Auge bekommen, so daß er vorsichtshalber ins nahegelegene Krankenhaus gebracht wurde, nur für den Fall der Fälle. Der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch, vor allem bei älteren Stücken, die noch deutlicher nach Hard Core klingen, waren einige nicht mehr zu halten. Die musikalische Entwicklung geht aber langsam vom Hard Core weg, mehr in eine harte Crossover-Richtung, die es richtig krachen läßt. Zudem huldigten sie einer gewissen Band, "die es inzwischen vorzieht, Country-Musik zu spielen", mit einem Song, im Zugabenteil kamen auch noch Tribute an Sepultura und Crowbar hinzu, da das Publikum einfach immer wieder einen weiteren Songs forderte. In meinen Augen - und da mußte man mir zustimmen - war dieser Gig sehr erfolgreich für Supersoma, die recht souverär auftraten. Zu guter letzt wechselte auch die ein oder andere CD ihren Besitzer...

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21.03.1998: Boiler, Farmer Boys; Neuss, HDJ

Tja, wenn es nach mir ginge, würde ich ja jede Woche zu einem Farmer Boys Konzert fahren, aber ganz so extrem sind die Jungs ja nun doch nicht unterwegs. Wenigstens einmal konnte ich sie jetzt auf der Fortsetzung ihrer Tour sehen (Ende letzten Jahres mußten ja die letzten Gigs abgesagt werden, weil Matze nicht mehr singen konnte (schwer erkrankt)), aber es gibt ja noch ein paar Festivals dieses Jahr...
Tja, die Vorband Boiler hat uns alle Vier nicht von den Socken gehauen mit ihrer Mucke. Wie soll man's beschreiben? So eher die moderne Schiene, teilweise schon ganz heavy, aber eben nicht die ganze Zeit. Der Gesagsstil war für meinen Geschmack zu sehr in Richtung Punk, etwas deftigeres hätte vielleicht noch ein bißchen was retten können. Für alle Leser des Rock Hard sei gesagt, daß in der aktuellen Ausgabe des Hefts eine Band namens Boiler mit ihrer Platte bei "In Scheiben" zu finden ist. Vom Text her k&oumml;te ich mir vorstellen, daß das die Jungs sind, die wir im Vorprogramm der Farmer Boys gesehen haben, aber hundertprozentig sicher bin ich mir da nicht

Hm, was soll ich eigentlich noch über die Farmer Boys Neues erzählen? Schließ gab's schon zwei Konzertberichte und dieses jetzt war der sechste Gig, soviel Überraschungen konnten ja gar nicht kommen. Aber das macht ja auch nichts, denn es war mal wieder erstklassig (so wie die Gigs von den Jungs eigentlich immer sind). Der Laden selbst war nichts so sonderlich groß, es handelt sich nämlich um das Haus der Jugend, was aber den Vorteil hat, daß die Getränkepreise mehr als nur akzeptabel waren (wer kann bei 1,50 DM pro Glas Coke noch meckern??!). Einzig außergewöhnlich fand ich nur, daß die Bühne doch recht breit war, so daß man als Musikant genügend Platz hat, seine Mätzchen zu machen (sonst ist es bei kleineren Touren und Gigs doch eher so, daß sich die Leute gezwungenermaßen schon gegenseitig auf die Füße latschen). Und wo wir schon mal bei Mätzchen sind: Farmer Boys wären nicht Farmer Boys wenn es nicht irgendwas lustiges gegeben hätte. Irgendwann ist ihnen die Monitoranlage in die Fritten gegangen, so daß sie zwangsläfig eine Pause einlegen muß, die eigentlich sogar recht lange war. Um dies zu überbrücken kam Matze auf die Idee, Leute aus dem Publikum auf die Bühne zu holen, die meinten, einen tollen Witz zu kennen. Natürlich dauerte es einige Zeit, bis sich ein wackerer Metaller fand und seinen Jux zum besten gab, doch dann trauten sich mehr und mehr ans Mikro. Wenn es dann nicht doch weitergegangen wäre, ich glaube es hätte damit geendet, daß nachher das gesamte Publikum auf der Bühne und die Musiker davor gestanden hätten. Nicht, daß wirklich alle Jokes der Bringer gewesen wären, aber ganz amüsant war die Sache schon. Nur komisch, daß so viele Witze über ein Nachbarvolk gemacht wurden, die in letzter Zeit nicht nur durch ihre Pommes ins Gerede gekommen sind...

Egal, was im Endeffekt zählt, ist die Musik und wie jedesmal gab' es (für mich) einen absoluten Höhepunkt: Never let me down again! Da sie live immer ohne Anneke auskommen müssen, haben sie den Song etwas geändert, so daß dann mittendrin auch schon mal komplett hardcore-mäßig auf die Tube gedrückt wird. Sowieso habe ich das Gefühl, dieser Song ist auf jedem Gig (bewußt) anders und das finde ich echt klasse. Diesmal gab' es noch ein Schmankerl: den Song "Home" von Depeche Mode gab's im Zugabenteil zum zweiten Mal live zu hören (nach der Premiere in Essen davor). Vielleicht nicht ganz der Überfl;ieger, paßte aber auf jeden Fall zum Rest des Materials. Und wo wir schonmal bei Material sind: ich weiß nicht, ob ich das schon mal gesagt habe, aber live kommen die Stücke des Debuts doch immer noch eine Ecke besser und fluffiger rüber. Gestört hat's jedenfalls keinen, im Publikum war auf jeden Fall permanent der Bär los. Fazit: spätestens zur Rheinkultur in Bonn gibt's wieder was von den Farmer Boys zu hören...

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29.03.1998: ???, Subway to Sally; Übach Palenberg, Rockfabrik

Als wir auf dem Parkplatz ankamen, dachten wir doch zuerst, wir seien falsch, denn im Wagen neben uns stieg ein Pärchen aus, das augenscheinlich gerade mal Guano Apes verträgt und ansonsten maximal nach Brian Adams aussah. Ein Blick auf die Plakate und die Datumsanzeige der Uhr machte aber klar, daß heute Subway to Sally und Knorkator angesagt waren.

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: da ich Knorkator nicht kenne, dachte ich, die Recken, die nicht ganz pünktlich die Bühne betraten, seien ebendiese Truppe, doch dem war nicht so. Sie stellten sich zwar vor, doch konnte man so gut wie nichts verstehen, eigentlich nur '...nicht Knorkator...' und '...aus Remscheid'. Dummerweise war dies schon Programm für die nun folgenden Minuten, denn der Sound war unter aller Sau! Man hörte wenig vom Gesang, geschweige denn war zu verstehen, ob der Sangesknecht nun Englisches oder Deutsches von sich gab. Auch die übrigen Instrumente (2x Gitarre, 1x Bass, 1x Schlagzeug) konnte man schlecht auseinanderhalten, so daß es eigentlich schwierig ist, etwas über ihren Musikstil zu erzählen. Prinzipiell würde ich sagen, es war mehr so aus der Thrash-Ecke, auch wenn an einigen Stellen Black-Metal-verdächtiges Gekreische vom Gitarristen eingesetzt wurde. Versteht mich nicht falsch, ganz so übel war der Gig nicht, nur konnte man leider nicht mal die Ansagen verstehen! Mit besserem Sound würde ich mir die Truppe gerne noch einmal ansehen. Blieb und also nur die Optik, aber das war gar nicht so schlecht *grins*. Der Sänger war doch eher vom stattlichen Kaliber und trug zu allem Überfluß auch noch ein Obelix-T-Shirt, wie passend. Nichtsdestotrotz sprang er doch recht behend über die Bretter und hinterließ einen unglaublich 'spielfreudigen' (sofern man das bei Sängern sagen kann) Eindruck. Der Bassist und ein Gitarrist waren da schon ein ziemlicher Gegenpol: geschorener Kopf, schwarze, nicht allzu lässige Klamotten und ein kühler, recht unbewegter Gesamteindruck, der sie eigentlich eher bei Samael einordnen würde. Dafür gab's aber dann noch den zweiten Gitarristen, eine Mischung aus Angus Young und dem Tier der Muppet Show! Etwas älter und nicht mehr im Besitz vollen, kräftigen Haares, dennoch ein wahrer Maniac, vor allem wenn's an Bangen oder die backing vocals ging. Aber wie gesagt, der Sound, der Sound ... ansonsten Daumen hoch.

Ich muß ja zugeben, ich kenne nur die beiden Songs 'Sag dem Teufel' und 'Mephisto', die auf Rock Hard CDs vertreten waren, diese finde ich jedoch wirklich gut. Doch ist dies schon Grund genug, zu einem Konzert zu fahren? Nicht ganz, aber hinzu kommt noch der Ruf, eine exzellente Liveband zu sein, die sich (wie man in der einschlägigen Presse nachlesen kann) laufend den Arsch abtourt. Zudem war's direkt um die Ecke und für 22,-DM kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Und es sollte sich bewahrheiten: STS sind wirklich eine der besten Livebands, die ich je gesehen habe! Daneben sind sie sogar gnadenlos heavy, was man eigentlich so nicht unbedingt erwarten sollte. Etwas merkwürdig war nur, daß der Drummer teilweise frei, teilweise getriggert gespielt hat; es sieht halt komisch aus, wenn manchmal die Kopfhörer auf und manchmal ab sind. Trotzdem würde ich den Jungs daraus niemals einen Strick drehen. Das Programm war abwechslungsreich wie es besser nicht hätte sein können: Grundgerüst waren natürlich die Songs, aber daneben gab es noch eine Menge Einlagen mit Feuerspucken, keltischem Volkstanz sowie diversen Zwischenspielen mit einem Instrument (z.B. Gitarrensolo, Dudelsack, Flöte ...), einem Instrument plus Gesang oder nur Gesang (einstimmig oder Kanon) etc. Es ist wirklich zuviel um es hier detailliert zu beschreiben. Vor allem die Atmosphäre, die dadurch geschaffen wurde, fand ich erstklassig, z.B. erzählte Sänger Erik von Schlachten der Schotten gegen die Engländer (als Einleitung zum Dudelsack-Solo), generell hatte er bei seinen Ansagen eine interessante Ausdrucksweise und Wortwahl, die 100%ig zu dem Folk-Background und der schon fast mittelalterlichen Zusatzinstrumentierung der Truppe paßt. Bei der Musik gehört die Geige (gespielt von Frau Schmitz) permanent dazu (was mich z.B. bei My Dying Bride eher nervt), Flöten und schon erwähnter Dudelsack kommen mindestens in 80% der Songs vor. Absolute Highlights meiner Meinung nach sind aber die choralen Gesangspassagen, wenn die drei Frontmänner (Sänger und die beiden akustischen Klampfer am vorderen Rand der Bühne) gemeinsam aus voller Brust die Texte schmettern. Eigentlich die ideale Musik, um sie bei einer zünftigen Rollenspielrunde laufen zu lassen (gesetzt den Fall, man befindet sich in mittelalterlicher Umgebung). Fazit der ganzen Sache: auf jeden Fall zu einem der weiteren Gigs fahren und mal in eine komplette CD von Subway to Sally reinhören, es lohnt sich!

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02.05.1998: Babe in the Woods, In Rags; Aachen, Musikbunker

Wieviele Konzertberichte muß ich wohl noch mit den Worten "eigentlich kenne ich ja nur den Songs von der Rock Hard CD" beginnen? Fakt ist, daß dieser Konzertbesuch in erster Linie auf einem Mini-Chattertreffen basierte, schließlich wollte ich Alexa, Wrathchild und Heaven aus dem RH-Chat das erste Mal begegnen. Wie sich aber heraus stellen sollte, hätte es sich auch ohne diesen zusätzlichen Anreiz gelohnt, nach Aachen zu kommen.

Doch vor das Vergnügen setzten die Götter Babe in the Woods. Das klingt vielleicht ein wenig zu hart formuliert, denn wirklich schlecht waren sie nicht. Aber ich (und auch noch ein paar andere - vornehmlich In Rags Fans) kann nun mal überhaupt nichts mit der Funk-Musik, die der Fünfer darbot, anfangen. Und weil ich nunmal von dieser Art Musik keinen blassen Schimmer habe, erspare ich Euch jetzt weitere Worte. Wer unbedingt mehr wissen will, sollte versuchen, noch ein Exemplar der Maiausgabe der MUBU-Zeitung zu ergattern. Vielleicht noch ein paar Worte zu der Lokalität: im Musikbunker finden eigentlich fast jeden Tag irgendwelche Konzerte statt, dabei wird eine enorme Bandbreite von Musikstilen abgedeckt. Entweder geht's im Saal ab, oder aber in der Kneipe, obwohl ich mir kaum vorstellen kann, wie man dort eine Band samt Equipment und mehr als 15 Zuschauer unterbringen will. Doch das kann man z.B. am 14.05. mit dem Donald Dark Orchestra mal ausprobieren. Ansonsten bleibt eigentlich nur noch zu sagen, daß Bands aus dem Aachener Umfeld bestimmt nichts falsch machen können, wenn sie sich im MUBU mal nach einer Auftrittmöglichkeit umhören.

Kommen wir aber nun zu In Rags. Nachdem B.i.t.W. von ca. 22:15 bis 23:55 gespielt hatten, kam der multinationale Fünfer (mit Mitgliedern aus Finnland, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland) um kurz nach Zwölf auf die Bretter. Trotz vorgerückter Stunde war der Saal wirklich gut gefüllt und die Musik von In Rags wußte vom ersten Ton an zu gefallen. Wer vielleicht schon "Butterfly" von der Unerhört!-CD der Rock Hard kannte, der wußte, daß ihn hier weder brachiales Geholze noch süßes Gesäusel erwartete, sondern einfach nur cooler Rock'n'Roll mit einer gehörigen Portion Pfeffer. Unterstrichen wurde die musikalische Leistung auch bewegungstechnisch, nicht oft erlebt man eine recht neue Band, die so souverän auftritt und wo eigentlich alle Mitglieder über die gesamte Spieldauer ein mitreißendes Stageacting an den Tag legen (natürlich abgesehen davon, daß Drummer Yann Le Roux halt mehr oder minder an seinen Hocker gefesselt war). Das kommt aber nicht von irgendwo, schließlich hat man zwei Musiker - Sami Yli-Sirniö und Andi Herz - mit an Bord, die schon bei Waltari bzw. Kreator Erfahrung sammeln konnten. Sänger Geert-Jan Gorter ist zudem eine recht charismatische Persönlichkeit, die außerdem noch in interessanter Gewandung steckte: ein Frack-änhnlicher Morgenmantel aus erlesenen Stoffen, kombiniert mit Rüschenhemd, Mega-Brille und mördermäßigem Ring mit Beleuchtung! Er ließ es sich im Laufe der Show auch nicht nehmen, Teile der Kleidung abzulegen und sich auf dem Boden vor der Bühne zu wälzen (was er sicherlich vermieden hätte, wenn ihm vorher die Bierlache aufgefallen wäre...). Auf dem linken Teil der Bühne boten die beiden Andis - Herz (bass) und Himmelstein (guitar) - derweil auch was für's Auge: sie spielten sich quasi "musikalische Pässe" zu bevor sie dann zu Extreme-Tattoo-Showing übergingen. Das Teil der Gitarristen erinnerte dabei doch stark an George Clooney als Seth Gecko in "From Dusk till Dawn"; seins geht zwar nicht ganz bis zum Hals hoch, dafür ist's echt. Doch nochmal zurück zur Musik: Abgesehen von ein paar kleinen Patzern war das Dargebotene absolut gutklassig, was ich - ehrlich gesagt - zuerst nicht erwartet hatte. Wie schon bei Subway to Sally gefielen mir besonders die Passagen, wo der Gesang zweistimmig vorgetragen wurde, Geert-Jan bekam dabei Unterstützung von Sami. Bleibt eigentlich nur die CD abzuwarten, die in naher Zukunft erscheint. Live gehen In Rags jedenfalls als erstklassige Band durch!

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29.-31.05.1998: Dynamo Open Air in Eindhoven

Atrocity Am Freitag die einzige Band, war auf jeden Fall sehenswert. Fast nur Material von der 'Werk 80'
Covenant Neben der Campingstage in der Sonne sitzend den Klängen gelauscht
Death Technisch gesehen ohne Makel, aber irgendwie nix für Liveauftritte
Dimmu Borgir Viel Blut, viel Vampir und Bewegung auf der Bühne, nur die Sonne paßte nicht so ganz...
Emperor Selten so einen Krach gehört! Aber ich hab' mir sagen lassen, daß die CDs deutlich besser sind
Hammerfall Tierische Stimmung und das schon am Frühen Nachmittag! Die beste 'German Metal Band from Sweden'!!!
Helloween Auch wieder nur von neben der Stage gelauscht, aber mit einigen Metalheads unglaublich viel Spaß gehabt
Immortal Sowohl musikalisch als auch von der Show her eins der Highlights des Dynamo '98 (auch wenn ich sonst gar nicht auf BM abfahre)
In Flames Muß man mal gesehen haben, aber allein auf Tour wäre ich nicht zu ihnen gefahren
Kreator Leider viel zu früh und mit zuwenig Spielzeit. Trotzdem gute Mischung von alten und neuen Sachen
Pantera Phil säuft gerne und Phil kann nicht mehr singen! Pantera hätte man sich am besten auf der Vulgar-Tour angeguckt
Rammstein Wir wollten uns nach Rammstein mit den Chattern am RH-Stand treffen, sonst wäre ich 100%ig zu Misery Loves Co. gegangen. Die Show ist einfach nur zu 96% durchchoreographiert
Strapping Young Lad Auch mit kurzen Haaren ist Devin Townsend mehr Metal als manch andere Truppe. Das reinigende Gewitter vor der Nachtruhe, neben Immortal das Highlight dieses Jahres!

Wer etwas mehr Zeit und Geduld mitbringt, der lese auch noch den ausfühlichen Dynamobericht, der inzwischen auch komplett ist!

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30.08.1998: Apocalyptica; Aachen, Theatersaal (Uni-Mensa)

Irgendwie lustig, um in den Theatersaal zu kommen, muß man erstmal an den zahlreichen Büros der Bafög-Amtes vorbei. Wenn die wüßten, wofür so mancher seinen Zuschuß verwendet... In der Tat meine ich so einige Studenten der RWTH wiedererkannt zu haben...

Einen Schock gab's vorneweg: Der Saal ist nicht besonders groß und es wurde doch recht eng, vor allem schien es sowas wie eine Belüftung nicht zu geben. Deshalb konnte man schon geraume Zeit vor dem Gig die Luft schneiden. Da man bei der Darbietung der 4 Finnen eigentlich nur ehrfürchtig dastehen und lauschen konnte, blieb' uns der totale Hitzekollaps erspart, nicht auszudenken, was man hätte ertragen müssen, wenn es sich um einen Gig einer Hardcoreband gehandelt hätte...

Aber auch wenn recht wenig Bewegung im Publikum war (die Metallerfraktion stellte vielleicht kanpp über die Hälfte der Anwesenden), die Musikanten wurden nach jedem Song mit einem unglaublichen Beifall bedacht. Man merkte ihnen auch die enorme Spielfreude an, auch wenn nach wenigen Songs schon rote Köpfe und der Schweiß regierten. Den Vogel schoß jedenfalls Langhaardackel Eicca ab, als er den nächsten Song schwer keuchend als "Fucking in Sauna" von einem finnischen Kollegen ansagte. Jedenfalls müssen die Jungs an ihrem Auftreten gearbeitet haben, zuletzt konnte man noch lesen, sie würden im Prinzip nur dasitzen und ihren Set runterspielen. Davon konnte diesmal keine Rede sein. Bewegung gab's genug: Bangen, Air-Cello (hoch in die Luft gereckt) und Extreme-Metal-Posing sofern ein solches Instrument das überhaupt zuläßt. Das Publikum griff dann auch immer die Anfeuerungen der Musiker auf und klatschte was das Zeug hielt. Trotzdem war dann nach etwa 1,5h und zwei Zugabenteilen Schluß, man kann es ihnen auch kaum verdenken. Ich war sowieso ganz geplättet, daß sie in ihren langen Klamotten nicht gestorben sind. Über eine Duschpause hätte ich mich jedenfalls nicht gewundert...

Das eindeutige Fazit lautet auf jeden Fall: Apocalyptica killen! Was die Jungs für einen Druck erzeugt haben, war schon fast nicht mehr feierlich, davon kann sich so mancher Soundmann eine ordentliche Portion abschneiden! Einziger Wermutstropfen war die Tatsache, daß dem tropischen Klima im Theatersaal die Songs "Fade to Black" und "South of Heaven" zum Opfer gefallen sind. Vor allem letzterer kann bisher nur auf Konzerten bewundert werden und ist nicht auf CD erhältlich.

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10.12.1998: Kilgore, Spineshank, Fear Factory; Bochum, Zeche

Der nun folgende Satz sollte vielen Metal-Begeisterten in ähnlicher Form schon bekannt sein: leider war der Beginn der Veranstaltung schon um 19:30, so daß wir erst eintrafen, als die Hälfte des Kilgore-Gigs bereits vorbei war. Tja, man sollte sich nicht zu sehr auf diese "Pfadfinder-Programme" verlassen, in denen immer alles gaaaaanz einfach aussieht...

Aber zurück zu Kilgore: ich war ganz angenehm überrascht von der Truppe, denn ich hatte dem Namen nach eigentlich schlimmeres erwartet. Meine Assoziationen hätten auf sowas wie Killingculture geführt, die ich auf dem letztjährigen Full-Of-Hate-Festival so grauslich fand. Zwar hampelten die Musikanten für meinen Geschmack etwas zu "modern" über die Bühne, aber die Musik war amtlich. Vor allem der Sänger hat mir ganz gut gefallen, hatte er doch diverse Stimmlagen zu bieten, wobei allerdings gesagt werden sollte, daß ich übermäßigen Einsatz von cleanem Hardcoregesang auch nicht so prall finde.

Über Spineshank kann ich an dieser Stelle nichts berichten, war dies doch mein erster Besuch in der Bochumer Zeche und eine Besichtigung der Lokalität hatte höhere Priorität, will sagen, Essen fassen war angesagt. Die Kneipe und das Restaurant im selben Gebäude machen wirklich einen erstklassigen Eindruck. Auf zwei Etagen wird mit vielen Spiegeln und einigen Zechen-Utensilien eine angenehme Atmosphäre verbreitet, nicht viele Hallen können damit dienen. Andererseits ist die Konzerthalle selbst recht klein, für meine Begriffe eigentlich zu klein für Fear Factory, denn es war schon mächtig voll, als wir ankamen und wir waren bei weitem nicht die letzten.

Pünktlich zum Headliner konnten wir uns von Pizzen und Baguettes losreißen und wieder in den Ort des Geschehens eintreten. Gestartet wurde mit "Shock" vom neuen Album und es ging von Anfang an gut ab. Der Sound war wirklich exzellent, schön klar und druckvoll, aber mit sehr angenehmer Lautstärke (zum ersten Mal seit langem hatte ich anschließend KEIN Fiepen in den Ohren). Letzteres dürfte aber auch daran gelegen haben, daß ich am Mischpult stand, was in der Zeche schon fast ganz hinten bedeutet. Die Jungs auf der Bühne schienen wirklich gut drauf gewesen zu sein, Burton konnte man den Spaß an den Backen - äh - Wangen ablesen, Dino hüpft sowieso immer wie ein Flummi durch die Gegend (bei seiner Statur immer wieder unglaublich), Christian absolviert halbe Fitnesstunden und Raymond bleibt trotz Monsterdrumming immer fein relaxt, als ob das alles gar nichts wäre. Das musikalische Programm im Hauptteil bot einen guten Ausschnitt aus der "Demanufacture" und der "Obsolete", wobei natürlich die zweitere etwas stärker vertreten war. Bei den absoluten Gassenhauern war dann auch prompt die gesamte Halle in Bewegung. Das ganze war so kurzweilig, daß die Ankündigung des letzten Songs vollkommen überraschend kam (es sollte sich herausstellen, daß die Gesamtspielzeit auch nur knappe 90min umfaßte). Immerhin gab's in der Zugabe (übrigens ein Wort, daß der Herr Bell anscheinend recht faszinierend findet, auch wenn an der Aussprache (Zu-ka-pe) noch gearbeitet werden muß) noch voll eins auf die Zwölf mit "Martyr" und "Scapegoat" vom Debüt "Soul of a new Machine" sowie "Replica" und "Demanufacture" vom gleichnamigen Album, also vier Songs, die das Sahnehäubchen darstellen und eigentlich auch gar nicht fehlen dürfen.

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