Konzertberichte aus erster Hand


Konzerte 1997 Konzerte 1998 Konzerte 1999 Konzerte 2000
Farmer Boys, Aachen Goddess of Desire, Köln Project Pitchfork, Düsseldorf And One, Hamburg
Farmer Boys, Köln Schweisser, Übach Palenberg Bolt Thrower, Essen Einstürzende Neubauten, Hamburg
Supersoma, Mönchengladbach Immortal, Essen Farmer Boys, Cloppenburg
Farmer Boys, Neuss Dynamo Open Air, Mierlo Headbangers Open Air, Brande-Hörnerkirche
Subway to Sally, Übach Palenberg Ministry, Bochum Wacken Open Air, Wacken
In Rags, Aachen Wacken Open Air, Wacken Rockspektakel, Hamburg
Dynamo Open Air, Eindhoven Oomph! & Farmer Boys, Hamburg
Apocalyptica, Aachen Oomph! & Farmer Boys, Bochum
Fear Factory, Bochum Oomph! & Farmer Boys, Köln
Konzerte 2001
Atrocity & Pain, Hamburg
Dark At Dawn & Soulsgate, Hamburg
Crack Up & Dark Age, Hamburg
Farmer Boys, Ahrensburg
Headbangers Open Air, Brande-Hörnerkirchen
Wacken Open Air, Wacken


17.01.1999: Covenant, Project Pitchfork; Düsseldorf, Tor 3

Bevor sich jemand über die vermeindlich merkwürdige Kombination wundert, sollte ich dazu sagen, daß es sich hier nicht um die Black Metal All-Star Band handelt sondern um eine waschechte EBM Combo. Und keine schlechte noch dazu! Verwunderlich war allerdings, daß das Trio geschlossen im Anzug mit weißem Hemd und Krawatte aufgetreten ist. So oder so kamen die Jungs ordentlich beim Publikum an, ich hatte teilweise sogar daß Gefühl, daß einige offensichtliche Hits stärker abgefeiert wurden als nachher bei den Pitchforks. Ein zahlender Gast schrie gar "Who the fuck is Project Pitchfork?!" in die Menge. Vielleicht sollte ich mal nach einer CD von Covenant Ausschau halten, mir hat's nämlich auch ganz gut gefallen.

War die Vorband noch geschniegelt und gestriegelt, so machte es den Anschein, als ob Project Pitchfork just aus dem Endzeit-Computerspiel Fallout entsprungen wären: zerfetzte Klamotten und recht "erdnahe" Bepinselungen. Das galt aber nur für den Sänger und den Tastenmann/Gittarist/Bassist. Den Schlagzeuger in seinem Käfig in der hinteren rechten Ecke konnte ich die meiste Zeit nicht ausmachen, dafür gab's auf der anderen Seite ein High-Tech Podest mit massig Elektronik, einem Computer und einem weiteren Keyboard, dessen Bediener auch eher eine zurückgezogene Rolle spielte. Etwas komisch ist es schon bei den Elektrobands, wenn sich z.B. (auch bei Covenant) der Keyboarder mal von seinem Gerät trennt, um eine Tanz- bzw. Springeinlage darzubieten, das Ganze aber nichts am Sound ändert. Trotzdem war es schon interessant, den beiden Akteuren im Vordergrund zuzuschauen, ein bißchen wurde ich dabei an Killing Joke und den durchgeknallten Jaz Coleman erinnert. Eigentlich stimmte ja alles: die Art der Darbietung, die Stücke waren etwas heftiger und der Gesang rauher als auf CD, ABER die Songauswahl ließ für meine Begriffe zu wünschen übrig. Etwa die Hälfte aller Songs kannte ich nicht, d.h. sie müssen vor der Alpha Omega gewesen sein. Von dieser Platte wurde auch nur "Requiem" (Hammersong!) gespielt und bei der Chakra: Red! sah's mit drei Stücken auch nicht besser aus. Schade eigentlich, denn die Alpha Omega ist für mich das Gottalbum überhaupt und der Nachfolger kommt nur knapp dahinter ins Ziel. Komplett unverständlich ist mir aber, daß PP ihre Single "Steelrose" nicht zum besten gegeben haben. Und was heißt das jetzt? Bei der nächsten Tour in 2 Jahren wieder da sein und auf Songs wie "The Longing" hoffen und außerdem mal in die älteren Scheiben reinhören...

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27.01.1999: Disbelief, Totenmond, Crowbar, Bolt Thrower; Essen, Zeche Carl

So sollte es für mich dann zum ersten Mal nach Essen in die Zeche Carl gehen. Und da der Weg dorthin schon etwas länger war, sind wir just zu dem Zeitpunkt in die Halle gelangt, als Disbelief gerade mit den letzten Noten fertig waren. Sonderlich gestört hat es von uns aber niemanden, für drei Leute hieß der Grund des Besuches eindeutig Crowbar, einmal war Bolt Thrower ausschlaggebend und ich wollte unbedingt Totenmond sehen. Doch vor die Musik hatte der Herr einige Überraschungen gesetzt, will sagen, daß ausgerechnet hier in Essen massig Bekannte von mir rumliefen. Angefangen bei einem alten Schulkollegen, über einen aus meiner Grundausbildung, Leuten aus dem Nachbardorf und aus meiner Stammdisco bis hin zu unseren Zeltnachbarinnen vom Wacken '98 war alles dabei. Außerdem war ich noch auf der Suche nach 2 Rock Hard Stammchattern, mit denen ich mich verabredet hatte. Die Welt IST klein!

Kurz nach 20:30 gaben sich dann Totenmond die Ehre, wurden aber zunächst von bösen technischen Problemen heimgesucht. Beim ersten Song beschränkte sich der Sound auf ein mächtiges Dröhnen. So druckvoll das auch gewesen sein mag (mir kam's echt so vor, als drücke mir jemand die Kehle zu), das hätte wohl niemand längere Zeit ausgehalten. Ab Song Nummer drei war dann glücklicherweise alles in Ordnung. Sonderlich viel war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht los, Totenmond genießen halt noch nicht einen solchen Status wie die beiden noch folgenden Bands. In den ersten Reihen war aber trotzdem Bewegung drin und vor allem die schnelleren Parts kamen offensichtlich doch ganz gut an. Zu bemängeln wäre eigentlich nur eine gewisse Statik auf der Bühne, ich denke mit etwas mehr Aktion seitens Basser Roberto und Sänger/Gitarrist Olaf hätte das Trio der Meute deutlich mehr einheizen können. Ansonsten war die Show einfach nur geil, der Sound war vielleicht nicht ganz so sauber wie nachher bei Bolt Thrower, dafür aber irgendwie räudiger. Totenmond sind zur Zeit die härteste Truppe aus deutschen Landen, da gibt's nix! Außer vielleicht, daß ich mit neben "Höllenschein" noch mehr Songs vom Debüt gewünscht hätte (auf der Homepage war noch "Vaterland" angekündigt), aber in 30min ist halt nicht viel Platz.

Genau die gleiche Spielzeit hatten dann Crowbar zur Verfügung, über die ich hier aber nicht berichten kann, da ich mich erneut auf die Suche nach Drummer und Dicky, den Chattern, gemacht habe. Man muß halt Prioritäten setzen, zumal ich kein großer Fan von Crowbar bin und sie eh schonmal live gesehen habe. Also mal im Kneipenbereich geguckt und am Merchandise Stand, aber keine Chatter weit und breit. Von den feilgebotenen Wäschestücken war ich dann auch nicht so begeistert, obwohl sie zu ungewohnt günstigen Preisen zu haben waren, für ein T-Shirt von Bolt Thrower war man schon ab 15DM dabei!!! Da sollten sich so einige Leute eine Scheibe von abschneiden, oft genug muß man zweimal die Frau von Droste-Hülshoff über die Theke schicken, um in den Genuß neuer Klamotten zu kommen.

Doch zurück zur Musik und die kam in diesem Fall dann von Bolt Thrower. Nach einem bombastischen Intro ging's dann kräftig los, sofort war die vordere Hälfte der Halle in Bewegung und auch die Diver ließen nicht lange auf sich warten. In der Tat waren sie so zahlreich, daß der Sänger die Leute bat, oben auf der Bühne "doch ein bißchen auf das Equipment und die Band zu achten". Trotzdem hat wohl einer irgendwas erwischt, so daß zwei Stagehands kurz eingreifen mußten, um einen kleinen Schaden zu beheben. Schnell ging's aber wieder weiter und auch ohne die Diver wäre genug auf der Bühne losgewesen, alle Musikanten schüttelten kräftig ihre Matten und der Sänger war nahezu pausenlos mit anfeuernden Gesten beschäftigt. Auch wenn ich mit dem Material des Quintetts nicht vertraut bin (dank der regelmäßigen Rock Hard CDs kenne ich wenigstens "No Guts, no Glory"), so konnte man an den Publikumsreaktionen doch ablesen, daß wir ein Programm voller Hits vor den Bug geballert bekamen. Ich sollte mich mal nach Bekannten umsehen, bei denen ich mir einige BT-Platten ausleihen kann. Aber auch der Headliner war recht früh mit dem Set durch, mir kam es jedenfalls so vor, als hätte es Order gegeben, sich doch tunlichst zu beeilen. Die Band war nur kurz von der Bühne und das Publikum hatte kaum Zeit nach Zugabe zu brüllen, da erklang schon wieder das nächste Intro und der heftige Reigen begann erneut für ein paar Songs. Als auch die dann vorbei waren, konnte man eigentlich nur von einem gelungenen Abend sprechen, wenn's da nicht Ärger mit einem besonders eifrigen und besoffenen Diver gegeben hätte, der sich einen Dreck um die "ihm im Weg stehende" Band scherte. Mehrfach wurde er von einem Ordner wieder in die Menge geschmissen, aber zuletzt war er so hartnäckig, daß er vom Sänger eine gepfeffert bekam und von zwei Leuten wieder von der Bühne geschmissen werden mußte. Das muß doch auch nicht sein.

Nach dem Konzert holten sich dann noch ein paar Kumpels Autogramme bei Sexy T, ich habe endlich Drummer und Dicky gefunden und alle waren sich einig, daß man wohl nach Essen fahren muß, um viele Bekannte zu treffen...

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03.05.1999: Aeturnum, Ritual Carnage, Hades Almighty, God Dethroned, Benediction, Immortal; Essen, Zeche Carl

Tja, jetzt werdet Ihr Euch bestimmt fragen: "Wie kommt der Brack auf ein Konzert mit soviel Geknüppel??!" Und ich muß ja auch zugeben, daß ich in meinem heimischen Plattenschrank nichts von den obenstehenden Bands habe (sieht man mal von ein paar Rock Hard CDs ab). Grund für den Besuch war einerseits, daß das letzte Konzert schon mehr als drei Monate zurücklag, und andererseits mußte ich mir was gönnen auf die bestandene Diplomprüfung vom Morgen. Ja, und ich gebe zu, daß Immortal eins der Highlights des '98er Dynamos waren und die neue Platte auch echt gut ist.

Es war uns natürlich schon auf der Anreise klar, daß bei ursprünglich 5 angekündigten Bands (von Aeturnum erfuhren wir erst vor Ort) das ganze wahrscheinlich nicht erst um 20:00 anfangen würde. Ein klärender Anruf in der Zeche Carl entpuppte sich aber als überhaupt nicht klärend, denn am Telefon hies es: Einlaß um 20:00, Beginn um 20:30. Und nicht nur uns hat man das so gesagt... Ist aber halb so wild, da wir so oder so nicht früher hätten fahren können. Offizieller Start sollte um 18:45 sein, aber als wir so gegen 19:30 eintrafen, war noch der Opener dran, dem wir aber eine Cola und ein überbackenes Baguette im angelagerten Bistro (das Malakow) vorgezogen haben, weil man bei dem guten Wetter noch prima draußen sitzen konnte. Das dachten sich wohl auch einige ältere Herrschaften, die dann auch prompt in den Genuß einer Hörprobe Black Metal kamen, da jemand direkt vor der Zeche für Beschallung sorgte. Sie haben sich aber tapfer geschlagen...

Beim nächsten Blick in die Halle spielten dann Ritual Carnage, die mir überraschenderweise wirklich gut gefallen haben. Zwar gab's auch hier kreischenden Gesang, doch die Musik an sich hatte auch eine Menge Thrash Anleihen. Ich hatte nämlich schon befürchtet, daß Benediction die einzige Nicht-Black-Metal Band des Abends sein würden. Das wäre dann wohl etwas viel für mich gewesen. Außerdem ganz interessant war das äußere Erscheinungsbild der Truppe: die beiden Gitarristen und der Drummer stammen aus Japan und waren dementsprechend eher klein, dünn und drahtig, Sänger/Bassist Damien Montgomery aus den US of A dagegen war das krasse Gegenteil: eine große, kräftige Frontsau und als einziger ohne lange Moshermähne, sprich mit Glatze. Leider hatte der gute Mann stimmliche Probleme, für die er sich auch entschuldigte, trotz allem fand ich, Ritual Carnage waren ein guter Einstieg in den musikalischen Abend.

Ich muß gestehen, daß wir Hades Almighty haben sausen lassen, denn wie sollte es anders sein: wir waren in Essen und das bedeutet, daß dort garantiert irgendwelche Bekannte auftauchen. Und so war es auch diesmal, d.h. die Zeit bis zu God Dethroned haben wir mit einem netten Plausch überbrückt.
Und hier ist es wohl wieder an der Zeit, den liebgewonnenen Spruch loszulassen: "ICH kenn' die ja noch aus den Zeiten ihres Erstlingswerkes 'The Christhunt', von dem ich noch ein Demo-Tape habe." Damals - mitten in der Death-Metal Glanzzeit - fand' ich sie weniger toll, halt eine DM Band unter vielen. Die Musik hat sich nicht ganz so stark geändert, auch damals gab es schon eine Menge Blastspeeds, nur der Gesang war tief grunzend und jetzt eher kreischend. Für meinen Geschmack die falsche Entwicklung, aber hätten sie die Growls beibehalten, hätte ich wohl gesagt, die Schepper-Parts passen nicht zum Rest... Nun ja, auf jeden Fall höre ich mir God Dethroned lieber live als auf Platte an. Ist halt nicht ganz meine Richtung.

In der Umbaupause mußten dann wieder ein paar von den Baguettes dran glauben (die Dinger sind echt zu empfehlen), schließlich sollte es ein etwa fünfstündiger Musikmarathon werden, den man nur gestärkt überstehen kann. Nur leider brauchte unsere Großbestellung (für 5 Leute) etwas länger, so daß Benediction schon ein paar Songs hinter sich hatten, als wir wieder die Halle betraten. Ärgerlich, ärgerlich, denn Benediction hatten einen echten Hammersound mir richtig schön Druck, da konnten meines erachtens auch Immortal danach nicht gegen anstinken. Und ganz nebenbei liegt der Fünfer auch musikalisch mehr auf meiner Wellenlänge als die übrigen Combos. Das heißt also, daß demnächst ein Reinschnuppern in eine Tonkonserve der Mannen angesagt ist. Wie auch schon bei allen anderen Bands kann ich leider nichts über die Setlists aussagen, da ich von allen höchstens ein oder zwei Songs vorher kannte. Wer weiß, vielleicht gab es ja einige Hits aus der Bandgeschichte, die wir verpaßt haben. Auf jeden Fall werde ich mir die Band bei nächster Gelegenheit wieder live reinziehen, der Gig war einfach mitreißend.

Zu guter Letzt enterten Immortal die Bühne. Und natürlich setzte sich der bisherige Trend, daß alle bisherigen Fronter (die wir gesehen hatten) "oben ohne" auf den Brettern standen, nicht fort, was wären wohl Immortal mit einem Abbath Doom Occulta, der nicht zwischendurch kräftig seine Matte kreisen läßt?! Was zwar oft genug vorkam, aber vor lauter Nebeleinsatz häufig in irgendwelchen Schwaden unterging. Der Mann am Knöpfchen für die Nebelanlage hatte ganz offensichtlich den Finger kaputt, das kostet doch alles Geld ;-) Und so war Drummer Horgh permanent hinter einer weißen Wand versteckt, dabei hat er sich doch so bemüht, beim Felledreschen garstig in die Gegend zu gucken. Der Musik tut das natürlich keinen Abbruch, im Gegenteil, ich habe mich mehrmals gefragt, wie man mit nur 3 Mann einen solchen Krack machen kann, was hier nicht abwertend gemeint ist. Wobei für jemanden, der das Material nicht kennt, es manchmal schwer war zu erkennen, wann ein neues Stück angefangen hat. Bei der ersten Pause zwischen den Songs hab' ich mir sagen lassen, daß schon deren 3 vorbei seien. Nun ja, so ist das mit Immortal, nicht alle Stücke gefallen mir, aber es sind dann doch noch genug Kracher dazwischen. Auf dem Wacken schau' ich sie mir aber definitiv wieder an, denn Immortal sind meiner Meinung nach eine wirklich gute Liveband!

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21.-23.05.1999: Dynamo Open Air in Mierlo

Apocalyptica Die Finnen hatten leider viel zu wenig Zeit, die sie aber nutzten, um mächtig Eindruck zu schinden. Kam auch von der Hauptbühne des DOA ziemlich geil rüber.
Arch Enemy Kamen dazu, weil Morbid Angel gecancelled wurden. Der erste Gig vom DOA99, der mir wirklich gut gefallen hat.
Atari Teenage Riot   Hatte mir unter ATR was ganz anderes vorgestellt... Für mich machen die Jungs und Mädels puren Krach ohne richtige Strukturen, GRAU - EN - VOLL!
Cubanate Sehr mitreißend zu später Stunde im Zelt, definitiv etwas, daß ich auch als Tonkonserve antesten werden. Außerdem finde ich es gut, daß auch heftige Elektromucke auf dem DOA eine Chance bekommt.
Fear Factory An sich ein guter Gig, den ich mir aber nur von einem ungünstigen Platz angeschaut habe. Die Stimmung war auf jeden Fall besser als bei manch anderem Act auf der Hauptbühne.
Hypocrisy Für mich absolutes Highlight des diesjährigen Dynamos! Die Jungs um Peter Tätgren sind dem (von Morbid Angel geerbten) Headliner-Slot im Death Metal Zelt voll und ganz gerecht geworden.
Lacuna Coil War ganz nett, aber an der Live-Performance sollte die Truppe noch etwas arbeiten.
Metallica Machten einen lustlosen Eindruck, haben nur "One" von der "...and justice for all" gespielt und den Gig durch vollkommen überflüssige Solofrickeleien gestreckt. James Hetfield macht die alten Sachen durch seinen Gesang total kaputt.
Monster Magnet Zweitbeste Band für meinen Geschmack. Dave Wyndorf war wieder exzellent drauf, nur leider war die Position im Billing schlecht, so daß viel zu früh schon wieder Schluß war.
Sodom Muß man mal gesehen haben, aber für meinen Geschmack fehlt die Abwechslung im Songmaterial.
The Gathering War mehr oder weniger ein Lückenfüller zwischen Arch Enemy und Hypocrisy, bin dem Rest unserer Truppe gefolgt, sonst hätte ich sie mir wohl nicht angeschaut.
The Haunted Nichts, was ich mir zuhause anhören würde, aber die Stimmung war voll in Ordnung. Zum Abschluß bekam die Meute auch noch den geforderten Song von At the Gates.

Der ausführlichere Bericht ist nun endlich vollständig, d.h. jetzt könnt Ihr auch was über die Bands vom Sonntag und das Abreisechaos am Montag lesen. Schaut nach unter: Dynamo Open Air 1999.

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29.06.1999: Ministry; Bochum, Zeche

Ich hatte mich schon geärgert, daß Ministry mal wieder auf genau dem Open Air auftreten, wo ich nicht hinkann (wie vor Jahren das Waldrock), nämlich auf dem With Full Force. Umso überraschter war ich beim Aufschlagen der letzten Rock Hard, wo in einer Anzeige der Zeche Bochum 'Ministry + Special Guest' angekündigt war. Da gab es natürlich überhaupt keine Diskussion, da mußte ich hin, denn seit ich zu Konzerten fahre, war die Truppe nie auf regulärer Tour in Europa zu sehen. Da war mir auch ziemlich egal, wer für 33DM der Special Guest sein sollte. Zumal wir (ein Kumpel und ich) eh erst so gegen 20:00 in Bochum sein konnten; und da die Zeche immer früh Schluß machen muß, fängt's dort schon immer was früher an, so daß wir generell den Anfang von der ersten Vorband eines Konzertes nicht mitkriegen.

Im Endeffekt waren wir dann gegen 19:45 da und haben schnell die Gutscheine eingetauscht. Auf der Originalkarte stand dann aber auch nicht, wer Vorgruppe sein sollte, dafür aber, daß der Beginn um 19:30 hätte sein sollen. Dem konnte aber nicht so sein, denn es standen noch ungewöhnlich viele Leute draußen und soooo schlecht konnte die Vorband dann doch nicht sein ;-) Um es kurz zu machen: eine Vorband haben wir an dem Abend nicht gesehen, stattdessen gab es bis 21:30 immer wieder dieselbe CD zu hören: die Tribute to Black Sabbath. An sich ist das ja keine schlechte Platte, aber so oft hintereinander muß es echt nicht sein, zumal jeder dritte Song gehangen hat. Als ob nur diese eine CD in der ganzen Halle gewesen wäre, ziemlich dilletantisch! Ein wenig Erheiterung gab's aber dennoch, als ein Roadie am laufenden Meter Setlists irgendwohin gepappt hat, die dann auch noch immer länger wurden. Es sah also ganz danach aus, daß der Herr Jourgensen nicht mehr ganz so firm ist mit den Songtexten. Naja, einige Songs sind ja schon was älter und der Ministry-Sänger ist ja auch bekannt für seinen - äh - exessiven Konsum von so manchen merkwürdigen Mittelchen...

Aber das war alles egal, denn irgendwann ging es rund mit dem jungen Hund! Und es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, die Mucke rult wie Sau! Dabei wurden die beiden Masterminds Barker und Jourgensen von zwei weiteren Gitarristen, einem Tastenmann und natürlich einem Drummer unterstützt. Und so unterschiedlich das "Kern-Duo" war, so war es auch das Publikum. Höchstens noch bei Killing Joke war die Mischung in der Halle noch unterschiedlicher. Faszinierenderweise waren recht wenige Leute da, die ich als "normale Metaller" bezeichnen würde, sehr viele kamen eher aus der Elektro-Ecke (Frontline Asselmbly- , Skinny Puppy T-Shirts sah man viele) und andere offensichtlich frisch vom Mallorca-Urlaub: angepaßter Kurzhaarschnitt, Ringel T-Shirt, fette Pocke und dumpfer Säuferblick. Nichtsdestotrotz ging von der ersten Minute an die Post ab, ich kam mir eher vor wie auf einem Hardcore Gig bei dem ganzen Pogo im Pit. Die Matte wurde jedenfalls von fast niemandem geschüttelt. Etwas merkwürdig war die Songauswahl, denn nach fünf Songs hatten wir bis auf 'Psalm 69' nur Material von der 'Filth Pig' zu hören bekommen ('Reload', 'Crumbs', 'Filth Pig' & 'Lava'). Nicht, daß das jetzt verwerflich wäre, nur ungewöhnlich, hatte man doch erst Anfang des Monats eine neue Platte rausgebracht. Weiter ging's danach dann aber nicht wieder mit einem 'Filth Pig' Track (dann wäre ich mir wie auf einer verspäteten Releaseparty vorgekommen), sondern mit einem Hit-Trio allererster Kajüte: 'So What', 'Just One Fix' und 'NWO'! Das war anstrengend sag' ich Euch! Aber nix war mit Entspannung, direkt wurden 'Hero' und 'Thieves' nachgeschoben. Anschließend wechselte Al J. noch das Mikro und bei der stark verzerrten Ansprache war schon klar, worauf man sich jetzt einzustellen hatte: 'Jesus built my Hotrod'. Wobei ich sagen muß, daß bei allen Songs der Sound recht homogen gehalten wurde, nämlich mehr an die düstere neue Platte angelehnt. Deswegen klangen vor allem die älteren Sachen etwas anders, als man sie von CD kennt, der Gig wirkte dadurch aber mehr wie aus einem Guß.

Nach dem oben genannten Song, der mein erster Kontakt zu Ministry war, sind die Akteure dann ziemlich schnell von der Bühne verschwunden, d.h. im regulären Set kein einziger Song von der neuen CD!! Und das schlimme ist, dabei sollte es auch noch bleiben, denn ein Roadie mußte verkünden, daß die Show vorbei ist, weil Al's Stimme im Eimer ist und er nicht weitersingen kann. Schöne Scheiße, nur eine Stunde und keine Vorband! Nicht gerade das, was man Value for Money nennt... Den Unmut der Anwesenden bekam der Überbringer der schlechten Kunde dann zu spüren, als er neben Pfiffen und Buh-Rufen auch noch einen gefüllten Becher abbekam. Es wurde dann noch einiges auf die Bühne geschmissen, ein Enttäuschter hatte sogar kräftig gesammelt und demonstrativ auf die Bühne gespuckt. Noch ärgerlicher wurde es, nachdem ich eine Tracklist ergattert hatte: nach 'Supermanic Soul' (sonst wäre kein Song mehr von der 'Dark Side of the Spoon' gekommen!) hätten 'Supernaut', das göttliche Cover des Black Sabbath Songs, 'Stigmata', der älteste Song des Konzerts, und als zweiter Zugabenteil noch 'The Fall' auf dem Programm gestanden haben. Es war wie auf dem Dynamo: die dargebotene Mucke total geil, aber das Drumherum unter aller Sau! Wenigstens gab's dann noch was zu lachen: die aufgeklebten Zettel auf der Bühne waren wirklich die Songtexte (zumindest von 'Stigmata' und 'Supernaut'). Alles in allem eine recht zwiespältige Angelegenheit! Trotzdem will ich Ministry irgendwann nochmal sehen und vor allem wissen, welche Vorband(s) wir eigentlich verpaßt haben und warum.

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06.-08.08.1999: Wacken Open Air in Wacken

Blind Passengers   Hätte ich mir beinahe nicht angeguckt, wenn mit Adrian aus dem Rock Hard Chat nicht den Tip gegeben hätte. Ziemlich elektronisch und fluffig. Kam gut an auf der "Black Metal Stage" ...
Eläkeläiset Für mich die letzte Band, die ich am Freitag gesehen habe. Zu später Stunde war "Humpa" angesagt und nicht zu knapp! Die ganze Party Stage tobte und ich mit. Das musikalische Highlight des Festivals!!!
God Dethroned Es gibt wohl wenige Bands, die schneller spielen als die Holländer, ihre "Balladen" wären bei anderen Truppen High-Speed Kracher. Zwischendurch waren leider mal die Tieftöner weg.
Immortal Wie immer eine prima Live-Truppe. Der Sound knarzte aber leider ein wenig und die Wet-Stage war viel zu klein für diese Band. Hab' die Jungs schon besser erlebt, trotzdem überdurchschnittlich.
Napalm Death Napalm Death sind (im positiven Sinne) der Inbegriff für Radau. Vor allem im Mittelteil, als einige ältere Klassiker (alle im zweistelligen Sekundenbereich) vorgetragen wurden. Kann ich mir nicht immer antun.
Subway to Sally Bei STS kriegt man auf der Bühne alleine durch die große Anzahl der Musikanten schon viel geboten, diesmal gab's sogar eine "echte" Metal Hochzeit als Zugabe, sozusagen passend zum letzten Album-Titel.
Totenmond Was das eigene Mitgehen angeht, der Kracher des Open Airs. Die kompromißlose Mucke sorgte am frühen Freitag schon für einen ordentlichen Pit vor der Bühne.

Einen ausführlichen Bericht gibt's leider nicht mehr, vielleicht im nächsten Jahr...

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