Konzertberichte aus erster Hand


Konzerte 1997 Konzerte 1998 Konzerte 1999 Konzerte 2000
Farmer Boys, Aachen Goddess of Desire, Köln Project Pitchfork, Düsseldorf And One, Hamburg
Farmer Boys, Köln Schweisser, Übach Palenberg Bolt Thrower, Essen Einstürzende Neubauten, Hamburg
Supersoma, Mönchengladbach Immortal, Essen Farmer Boys, Cloppenburg
Farmer Boys, Neuss Dynamo Open Air, Mierlo Headbangers Open Air, Brande-Hörnerkirche
Subway to Sally, Übach Palenberg Ministry, Bochum Wacken Open Air, Wacken
In Rags, Aachen Wacken Open Air, Wacken Rockspektakel, Hamburg
Dynamo Open Air, Eindhoven Oomph! & Farmer Boys, Hamburg
Apocalyptica, Aachen Oomph! & Farmer Boys, Bochum
Fear Factory, Bochum Oomph! & Farmer Boys, Köln
Konzerte 2001
Atrocity & Pain, Hamburg
Dark At Dawn & Soulsgate, Hamburg
Crack Up & Dark Age, Hamburg
Farmer Boys, Ahrensburg
Headbangers Open Air, Brande-Hörnerkirchen
Wacken Open Air, Wacken


16.05.2000: Second Sight, And One; Hamburg, Grünspan

So, da war es also: das erste Konzert während meiner Zeit in Hamburg. Und ganz nebenbei das erste im Jahr 2000... Eine recht späte Premiere!
Aber eine gelungene, wie sich im Laufe des Abends herausstellen sollte. Zu einem Teil geht das auf die Kappe der Vorband - Second Sight - die einen recht ordentlichen Eindruck hinterließ. Im Prinzip würde ich sagen, es handelt sich hier um eine Band, die im Elektro-Lager verwurzelt ist, aber doch starke Ausflüge in den Pop-Bereich unternimmt und nebenbei auch eine Gitarre (sowohl elektrisch als auch akustisch) fest in ihr Konzept integriert. Das klingt vielleicht verwirrend und ist wohl auch der Kritikpunkt, den ich anbringen möchte: das klingt noch nicht wirklich ausgereift, obwohl der Ansatzpunkt sehr interessant ist. Ich hatte ein bisschen das Gefühl, die Band hat sich noch nicht richtig auf einen eigenen Stil zurechtgeschossen, der elektronische 'Bumm' war doch ziemlich dominant, so daß man die Gitarre teilweise gar nicht hören konnte und ebenso die echten Toms. Ich finde es jedenfalls ziemlich blöd, wenn man einen Musiker spielen sieht aber nicht hören kann. Möglicherweise lag das aber nur daran, daß der Soundmann nicht die besten Einstellungen gewählt hat.
Das Publikum jedenfalls war während der ca. 40min, die Second Sight auf der Bühne standen, ziemlich zurückhaltend, außer Höflichkeitsapplaus war ziemlich tote Hose. Das konnte auch der Sänger nicht ändern, der sich sichtlich bemühte, die Anwesenden mitzureißen. Gesanglich kann man an ihm auf jeden Fall nichts aussetzen, vielleicht stimmt es ja doch, daß die Norddeutschen etwas unterkühlt sind...

Hinweise darauf gab's auch, als And One die Bühne betraten. Sie wurden zwar bejubelt, aber während der ersten Songs regte sich noch nicht so viel, einge ganze zeitlang war es möglich, gemütlich in den ersten Reihen zu stehen und sich erstmal eine zu rauchen ohne Angst haben zu müssen, mit jemandem zusammenzustoßen. Aber einen Moshpit hatte ich auch gar nicht erwartet ;-)
Nun bin ich ja doch nicht ganz so vertraut mit dem Schaffenswerk der Truppe, nenne ich doch nur eine ihrer CDs mein Eigen. Aber auch die 'unbekannten' Songs konnten gut gefallen. Wobei auffiel, daß besonders ältere Stücke wie "Metal Hammer" oder "Die Deutschmaschine" besonders gut ankamen. Kein Wunder, solche Stücke sind doch recht flott und mitreißend.
Den eigentlichen Set würde ich aber fast als unspektakulär bezeichnen, jedenfalls wenn man betrachtet, was in den diversen Zugabenteilen noch alles auf die Besucher zukam. Man hatte mich ja schon ein bißchen vorgewarnt, daß die Jungs auch gerne mal ein paar Scherze machen. Und damit haben sie erst spät angefangen, dafür aber umso heftiger. Ein bißchen Situationskomik hier, ein bißchen Albernheit da. Beispiele gefällig? Drummer Joke kloppt zwischen zwei Songs plötzlich mit einem Stick auf dem Keyboard-Gerüst rum, kreischt ein paarmal "Steelrose" ins Mikro und meint, er könne was von Pitchfork spielen. Überhaupt wird die Truppe öfter für einen Spaß herangezogen. Ob ich da irgendwas verpasßt habe? Nun denn, etwas später kündigen sie sich als Wolfsheim mit dem Song "The Sparrow and the Nightingale" an und während sie dann doch einen eigenen Song bringen, hält Sänger Steve die ganze Zeit ein DIN A4 Blatt in der Hand. Hab' mir sagen lassen, daß der Wolfsheim Sänger das wohl auch macht, da er sich nicht alle Texte merken kann...
Das war ja soweit alles ganz nett, aber für meinen Geschmack hätten sie sich etwas von dem Gelaber sparen und dafür noch zwei oder drei Songs mehr bringen können. Das Publikum lang und breit dazu zu bringen, sich hinzusetzen und mit der Band die tariflich zugesicherte Pause zu machen, nur um dann nach geraumer Zeit zu sagen "Hey, wir machen wohl besser Schluß, die wollen nicht mehr. Die sitzen ja schon alle." ist doch ziemlich albern. So richtig zum Vorwurf kann man es der Band dann doch nicht machen, denn im Endeffekt waren sie knapp über zwei Stunden auf der Bühne und sind irgendwie doch immer wieder zurückgekommen wenn das Publikum nach Zugabe gerufen hat. Und spätestens in der letzten halben Stunde war die Stimmung im Publikum dann doch noch zu ungeahnten Höhen aufgestiegen. Schade, daß Second Sight nicht auch ein bißchen davon abhaben konnten.

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22.05.2000: Funkstörung, Einstürzende Neubauten; Hamburg, Kampnagel K6

So lange gar kein Konzert und dann direkt zwei kurz hintereinander?! Na, mir sollte es recht sein. Und der Abend fing auch noch ganz praktisch an, als ich in der Schlange vor der Abendkasse stehend von jemandem, der nun doch irgendwie auf die Gästeliste gekommen war, die Karte für 15DM unter Preis bekommen habe. Der gute Anfang sollte sich aber ziemlich schnell wieder verflüchtigen, denn erstens war die Halle eher wie ein Kino eingerichtet, d.h. nach hinten ansteigende Reihen (!) mit Stühlen (!!) zum sitzen (!!!). Und dabei recht einfache Stühle und recht wenig Platz, so daß ein Großteil der Anwesenden auch noch auf der Treppe sitzen mußte... Platzwahl frei, sag' ich da nur.

Nun, und zweitens war da noch die Vorband Funkstörung: zwei junge Männer mit gekrümmten Rücken über einem kleinen Pult mitten auf der Bühne. Sonst im Prinzip nix und auch so gut wie keinerlei Bewegung, wenn man mal vom Drehen der Knöpfchen absieht. Zwei (?) Songs lang war auch mal ein Gitarrist am Bühnenrand, der zugegebenermaßen recht interessante Sounds aus seiner Klampfe lockte, aber der war auch sehr schnell weg. Kurzes Fazit: als Musik hätte ich das nicht bezeichnet, keinerlei Gesang und kein richtiger Groove, nur monotone Drumcomputer plus langgezogene Geräusche, die im Prinzip auch Walgesänge hätten sein können. Absolut langweilig, wie wohl auch der Großteil der Gäste fand.

Um es direkt vorweg zu nehmen: die Neubauten waren danach trefflich in der Lage, den Abend noch als gelungen durchgehen zu lassen. Die Bühne an sich ähnelte ein wenig dem Klassenzimmer während des Unterstufen-Musikunterrichts: überall lag etwas rum, was im Laufe des Auftritts auch in irgendeiner Weise zum Musizieren benutzt wurde. Halt keine Schellenkränze oder Triangeln, sondern Kanister, Baurohre, Kreissägenblätter etc. Neben einer vielleicht noch normalen Bandbesetzung mit Sänger, Bassist (der im übrigen beim Sound der Neubauten einen erheblichen Anteil hat), Gitarrist und Keyboarder, befanden sich noch zwei weitere Musikanten auf der Bühne, die man eigentlich als Drummer bezeichnen sollte. Aber außer einer Bass-Drum gab es nur noch Schlaginstrumente Marke Eigenbau. Und die klangen richtig gut! Es ist wirklich ganz was anderes, wenn solche "Industrial" Elemente vor Ort erzeugt werden oder nur als Samples abgerufen werden.
Mit den Werken der Neubauten bin ich aber nun wirklich nicht vertraut, so daß ich hier nicht viel zu der Songauswahl sagen kann. Ziemlich am Anfang boten sie die aktuelle Single, die das ruhigste Stück des Abends bleiben sollte. Danach ging es prinzipiell mit mehr Drive zur Sache, auch wenn natürlich in vielen Stücken plötzliche Pausen bzw. ruhigere Momente eingestreut sind. Das meiste aus ihrem Programm ist jedenfalls nicht gerade leicht verdaulich und wenn man klare Songstrukturen bevorzugt, sollte man wahrscheinlich bei anderen Bands bleiben. Aber die Band hat auch richtige Hits auf Lager, zwei davon konnte ich sogar identifizieren: "Die Interimsliebenden" und "Yü Gung", die ich auch vor dem Konzert schon kannte.
Eine weitere für mich unbekannte Neuigkeit auf einem Konzert war die Tatsache, daß die Band etwa zur Hälfte eine halbstündige Pause eingelegt hat, wie man das ansonsten eher von Theaterstücken kennt. Das kann man zwar günstig für einen Besuch auf dem stillen Örtchen oder der Theke nutzen, man kann aber auch schnell den Anfang der zweiten Hälfte verpassen und nur noch einen Stehplatz bekommen. Wobei ich das auch wieder nicht so tragisch fand, denn nur auf den Stufen sitzend hätte ich es das Konzert über eh nicht ausgehalten.
Zusammenfassend kann ich sagen, daß es sich sehr gelohnt hat, sich die Einstürzenden Neubauten anzugucken, denn wenn alle Konzerte von denen so sind, dann steht einem immer ein intensives Erlebnis bevor. Schade nur, daß eine bessere Stimmung im Publikum durch den "Sitzzwang" verhindert wurde. Naja, und 45DM regulärer Kartenpreis ist meiner Meinung nach auch ein bißchen viel, wenn man nur etwa 1:45h Konzert geboten bekommt, von dem 30min nur für die Pause draufgehen. Die "Vorband" habe ich da schon rausgerechnet, da hätte man sich auch mit einem Zettel beschäftigen können, auf dessen beiden Seiten "Bitte wenden!" steht.

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12.07.2000: diverse Bands, Farmer Boys; Cloppenburg, Marktplatz

Ja, es sollte endlich wieder soweit sein: nach 2,5 Jahren ein Gig mit den Farmer Boys! Nicht, daß sie nicht auf Tour gewesen wären, nur komischerweise wurde der Westen und Norden eine geraume Zeit links liegen gelassen. Da nimmt man dann auch 2 Stunden Fahrt von Hamburg nach Cloppenburg in Kauf. Ein näherer Auftritt zeichnete ich jedenfalls noch nicht ab, da nimmt man mit, was man kriegen kann. Auch wenn es sich um ein Open Air mit Bands wie den Natural Born Hippies oder Blumentopf (um nur ein paar zu nennen) handelt, die mich nun wirklich nicht die Bohne interessiert haben ;-)

Doch wo fange ich jetzt eigentlich an? Prinzipiell sollte man vielleicht vorab erwähnen, daß die Jungs nun endlich mit ihrem dritten Album "The World is ours" in die Gänge gekommen sind. Zum Zeitpunkt des Gigs war das aber noch nicht offiziell erhältlich, nur eine erste Singleauskopplung ("Here comes the Pain") inclusive Video gab's schon für Normalsterbliche zu bewundern. Doch glücklicherweise waren meine Bekannten, mit denen ich mich auf die lange Reise begeben habe, im Besitze einer Promo CD, die logischerweise während der Fahrt heftig rotierte. Das hat natürlich den Nachteil, daß ich jetzt nicht mehr genau sagen kann, welche neuen Songs wirklich gespielt wurden und welche "nur" von der Autofahrt hängen geblieben sind...

Vor Ort ergab sich dann das erwartete/befürchtete Bild: da die FB musikalisch nicht wirklich zum Rest des Billings paßten, machte das Publikum den Eindruck, als ob es nicht wirklich was mit dem Sound der fünf Schwaben anfangen könnte, die nach den Natural Born Hippies auf die Bretter geschickt wurden. Überhaupt war das abgesperrte Areal locker für die doppelte Anzahl an Gästen ausgelegt worden. So "dünn besiedelt" war das sicherlich keine besondere Augenweide von der Bühne aus. Aber Sänger Matze (übrigens in einem alten, verwaschenen Metallica T-Shirt; aber einem guten, will sagen von vor dem schwarzen Album, hehe) trumpfte mit einem wirklich guten Schachzug auf und ermunterte die Anwesenden, die Party doch zwischen Bühne und Absperrgitter stattfinden zu lassen. Zu meiner Überraschung gab das a) keine Probleme mit der Security und b) einen Ansturm nach vorne. Einige der Anwesenden waren wohl doch Fans der härteren Gangart (und vielleicht nur von ihren Freundinnen mitgeschleppt worden? *grins*)...

Das Programm der Jungs bot einen guten Querschnitt durch ihr bisheriges Schaffen. Es hätte mich auch geärgert, wenn nur das neue Material vorgestellt worden wäre, dazu hotte ich zu gerne auf Songs ab, die ich schon was besser kenne. Man will ja schließlich nicht laufend aus dem Takt kommen.
Für meinen Geschmack war also alles in Ordnung, was man aber nicht von allen behaupten konnte. Mit und mit zogen sich die Leute wieder brav hinter die Absperrung zurück. Ich hatte den Eindruck, das war schon alles zu hart für den Großteil der Anwesenden. Darunter leidet natürlich die Stimmung, was man auch ganz deutlich an der Reaktion der Band merkte. Das heißt jetzt nicht, daß die Jungs lustlos vorgegangen wären, oh nein, die Famer Boys rocken *immer*. Aber wer sie schon häufiger gesehen hat, merkt den Unterschied. Dazu kommt dann, daß Matze mit den ein oder anderen Ansagen und Kommentaren zu verstehen gab, die Leute sollten doch mal ein bißchen mehr Temperament beweisen (quasi nett ausgedrückt). Ich hatte das Gefühl, die Farmer Boys wurden für eine Band gehalten, die bis vor kurzem nur Cover-Versionen unters Volk gebracht haben. Jedenfalls wurde für meinen Geschmack von den wenigen, die was mit der Mucke anfangen konnten, zu häufig "irgendwas von Slayer oder Agnostic Front" gefordert. Fazit: Publikum und Band paßten irgendwie nicht richtig zusammen.

Nach dem Gig habe ich mich dann noch zusammen mit meinen Bekannten mit der Band unterhalten. Es ging hauptsächlich darum, wie denn das neue Material ankommt und was man machen kann, um die Durststrecke der letzten Zeit (erhebliche Verzögerung der Platte, brachliegender Fanclub, ewig alte Homepage etc.) jetzt hinter sich zu lassen. Und die Ansätze sind gut! Der Fanclub wird komplett reorganisiert, man hat jetzt Leute gefunden, die sich da richtig reinknien werden (im Web übrigens unter www.Farm2000.de zu erreichen). Die offizielle Homepage (www.FarmerBoys.de) wurde komplett überarbeitet, nachdem dort sehr lange gar nichts passiert war. Man ist mit Videos und Hörproben CDs in den Medien präsent. Und was noch viel besser ist: es wird wieder Konzerte im Ruhrgebiet und im hohen Norden geben! Die Weichen sind gestellt, die Farmer Boys wieder voll da und es bleibt zu hoffen, daß die Truppe diesmal am Ball bleibt und keine so langen Pausen mehr einlegt.

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14.-15.07.2000: Headbangers Open Air in Brande-Hörnerkirche

Dieses Jahr sollte die Festival Saison mal nicht mit dem Dynamo Open Air in Holland anfangen sondern mit dem Open Air des Headbangers Ballroom (Hamburg) in (bei?) einem kleinen Dörfchen zwischen Hamburg und Elmshorn. Um vielleicht etwas genauer zu sein: das Festival fand rund um ein Wohnhaus auf Wiesen (Camping/Parken), im Hof (Bühne/Bierstand) und in der Garage (Kicker Tisch) statt. Schön klein und gemütlich, von Fans für Fans...
Insgesamt waren 18 Bands - 6 am Freitag und 12 am Samstag - aufgelaufen, um die ländliche Gegend zwischen 18:00 und 2:00 bzw. 12:00 und 3:00 mit metallischen Klängen zu verwöhnen. Ein Blick auf den Info Zettel ließ in mir zunächst die Befürchtung hochkommen, nur mit true metallischem Eunuchen-Gesang konfrontiert zu werden. Glücklicherweise stellte sich heraus, daß es doch nicht so schlimm kommen würde ;-)

Die erste Band, die ich mir gegeben habe, war Torment, die am Fr. als zweite die Bühne entertern. Von unserer Zeltplatz-Truppe (insgesamt zwischen 5 und 8, man war ja nicht so weit weg von zuhause *grins*) befand sich einer schon nach wenigen Songs im siebten Himmel, wie es sich für einen Die-Hard-Fan gehört. Geboten wurde nämlich ein amtliches Thrash Brett alter Tradition. Dementsprechend gab es auch kultiges Outfit (vielleicht abgesehen vom albernen aufblasbaren Morgenstern, den sich der Gitarrist an sein Instrument gepappt hatte) und die passende Show des deutschen Dreiers. Zu bemängeln hätte ich eigentlich nur den etwas undifferenzierten Sound, das war dann doch etwas zu viel Old School...
Als nächstes bin ich dann mit meinen Mitstreitern zu Metalium gegangen, die ich auf CD eigentlich ziemlich grauenvoll finde (siehe das Eunuchen Problem). Aber als einziger am Zelt wäre wohl doch was langweilig geworden ;-) Wie gesagt, der Musik an sich kann ich wirklich wenig abgewinnen, aber was die Musikanten da auf der Bühne (Marke Bretterverschlag) veranstalteten, verdient wirklich Respekt. Ich hätte nicht gedacht, daß man soviel Stimmung in einem besseren Hühnerstall erzeugen und die Fans zum Abgehen bringen kann! Aber wenn die baulichen Begebenheiten soviel Nähe zum Publikum erlaubt (und dieses nicht abwartend auf Abstand geht), dann kann man das kaum besser nutzen, als Metalium das getan haben. Vollkommen dämlich finde ich aber dennoch die blauen Leibchen mit aufgezeichneten Muskeln.
Vom musikalischen war's das schon vom Freitag, doch das Festival Feeling wurde noch geraume Zeit später genossen...

Ich möchte nicht wissen, wie es um 12:00 vor der Bühne aussah, als Arctic Fields loslegen durften/mußten. Bei eh nicht so vielen Gästen (irgendwas um die 100 würde ich schätzen) kann da nicht wirklich was losgewesen sein.
Die erste Band, von der ich etwas mitbekommen habe, war Wolfs Moon um kurz nach 16:00. Auch hier hätte ich vom Namen her auf traditionellere Mucke getippt, wurde aber von einem kräftigen Brüllwürfel hinterm Mikro gleich eines besseren belehrt. Die Truppe mühte sich redlich, aber nur eine handvoll Leute bewegte sich näher auf die Bühne zu. Immerhin wippten die meisten dann doch mit, es war wohl einfach immer noch zu früh für eine richtige Party.
Drei Bands später, nämlich bei Dark at Dawn, ergab sich dann wieder ein ähnliches Bild wie bei Metalium am Vortag: die Musiker auf der Bühne in bester Spiellaune und die Fans direkt dran schüttelten kräftig die Matte. Wenn man bedenkt, daß Metalium doch schon einiges bekannter sein sollten, kann man das Dark at Dawn nicht hoch genug anrechnen, zu bester Tagesschau-Zeit so richtig Stimmung verbreitet zu haben. Bin mal gespannt, ob sich das am Wacken-Freitag um 13:00 auf der Party-Stage wiederholen läßt. Es lohnt sich sicherlich, früh genug in die Gänge zu kommen und mal vorbei zu schauen.
Goddess of Desire - Schwert Goddess of Desire - Brennendes Kreuz So gegen 22:30 war es dann endlich soweit: die Band, die mich als einzige schon im Vorfeld interessierte, gab sich die Ehre. Ich rede hier von Goddess of Desire, die wohl als einzige Band des Festivals eine Absperrung vor der Bühne (d.h. ein quer gespanntes Tau) benötigte, da nicht auf Pyros und kultigste Dekoration verzichtet wurde. Wie sich das gehört (jedenfalls für GoD) fing der Gig mit dem Schwerter-Gerassel der um einen Gitarristen aufgestockten Band an. Im Publikum muß es noch mehr Fans gegeben haben, denn diese prinzipiell extrem klischeehafte Präsentation führte schon zu einigem Jubel. Aber GoD zelebrieren das Felle/Totenkopf/Patronengurt Image wie sonst keine andere Band dieses Planeten. Was vielleicht bei vielen etwas drüber untergeht, ist die Musik, die in bester Venom-Tradition ins Auditorium geblasen wurde. Und die ist beileibe nicht von schlechten Eltern! Perfekt war das ganze leider nicht, denn recht häufig gab's Timing Probleme, die ich so nicht von der Band kenne. Außerdem war das zweite Mikro unglücklich eingestellt, denn das, was im Normalfall Lemmy-mäßig rüberkommen sollte, war einfach nur dumpf und unverständlich. Aber einen richtigen Abbruch tat das nicht, die Truppe wurde gut abgefeiert, konnte aber leider keine Zugabe mehr geben, wie sich die Anwesenden das gerne gewünscht hätten.
Auch wenn's noch zwei Bands danach gab, hatte ich mein Highlight hinter mir und hab's mir am Zelt gemütlich gemacht.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, daß sich der Besuch absolut gelohnt hat. Der kleine Rahmen hat wirklich was für sich. Viele Probleme von großen Festivals (Anstehen, Security, vollgeschissene Dixies etc.) können hier einfach nicht auftreten. Auf der Wiese kann es einem leicht passieren, daß sich die Nachbarn irgendwann als eine der Bands entpuppen, man kann jederzeit kurz zum Zelt, man muß ja nur einmal ums Haus, und man kennt fast die Hälfte aller Anwesenden aus den Besuchen im Headbangers Ballroom. Der einzige Nachteil ist vielleicht, daß man kein großes Rahmenprogramm erwarten kann, wenn man mal ein paar Bands aussetzen will. Aber auf alle Fälle bin ich beim nächsten Mal auch wieder dabei!

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03.-05.08.2000: Wacken Open Air in Wacken

Dark At Dawn   Der Opener vom Freitag, mir bereits vom Headbangers OA bekannt. Die Jungs hatten richtig Spaß in den Backen und konnten die gar nicht wenigen Anwesenden angemessen zum Mitgehen animieren.
Entombed Rotzten dem Publikum einen Knaller nach dem anderen vor den Latz. Definitiv die bewegungsfreudigste Combo, die mir dieses Jahr vor die Augen gekommen ist.
Hypocrisy Kamen nicht ganz an die Zeltauftritte auf dem Dynamo und Wacken der letzten Jahre heran. Mir persönlich gefallen die langsameren Stücke besser als die mit durchgetretenem Gaspedal.
Iced Earth Habe ich nicht komplett und nur von hinter einem Bierpavillon "gesehen". War recht voll, aber meine Begeisterung für die Truppe hat inzwischen nachgelassen.
Pain Die eher elektronische Mucke kam besser an als ich erwartet hatte. Der Herr Tägtgren hätte mit seinem Outfit sicherlich den Preis als "bestangezogener Musiker des Festivals" gewonnen (keine Zwangsjacke mehr!).
Sentenced Nur zum Teil gesehen, hab' mich von meinen Mit-Wacken-Fahrern mitnehmen lassen. Auch wenn ich mir das privat nicht anhöre, haben die Jungs recht kräftig gerockt.
Six Feet Under Letzte Band des Freitags und trotzdem war's vor der Bühne voll. Chris Barnes ist eine echte Naturerscheinung, dafür ist der Rest der Truppe ganz schön fußlahm. So oder so bleibt man nicht von der Mucke unbeeindruckt.
Venom Gar kein Vergleich zum Auftritt auf dem Dynamo 1996: viel kleinere Bühne, kaum Pyros, kein Komplettumbau der Bühne, kein Cronos auf der Rampe etc. Dafür ein neuer Drummer (Antton), der bei aller Liebe zu Abaddon deutlich mehr kesselte.

Ein ausführlicher Bericht findet sich unter Wacken2000, ein paar Fotos sind auch schon da, aber der zweite Film ist noch nicht voll, d.h. irgendwann werden noch einige hinzu kommen.

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11.-13.08.2000: Rockspektakel; Hamburg, Rathausmarkt

Schon seit 13 Jahren wird der Rathausmarkt für ein Wochenende Schauplatz eines Umsonst-Und-Draußen Konzerts ... Diebels sei Dank ;-) Dabei wird musikalisch ganz schön gemischt, wer im einzelnen alles die Bühne unter den Füßen hatte, kann ich nicht sagen. Am besten zwischen die anderen Bands meiner Konzertkritiken passten Knorkator und Waltari, die in dieser Reihenfolge den Samstag beenden durften. Überhaupt schien es so, als hätte sich ein recht großer Teil Leute, die eine Woche vorher noch die Mucke auf dem Wacken genossen hatten, an diesem Tage zusammengefunden, um wieder ein bißchen Open Air Feeling aufleben zu lassen. Der Platz sah nachher auch ganz danach aus: die Festivalmentalität "Ich schmeiß meinen Müll einfach hinter mich" ist an allen Ecken und Enden wieder ausgebrochen...

Ganz ähnlich gingen dann auch Knorkator zu Werke, die gewiß ein Wort nicht in ihrem Vokabular haben: Normalität. Wenn man schon Songtitel wie "Mich verfolgt meine eigene Scheiße" fabriziert, dann muß natürlich auch die Bühnenperformance etwas abgedrehter sein. Vom Outfit her ging's ja eigentlich noch (Sänger im Gymnastik- oder Badeanzug, wer weiß...), aber so Aktionen wie Zerdreschen alter Fernseher und Computermonitore mit Axt und Vorschlaghammer oder das Vollspritzen des Publikums mit kleingeheckseltem Gemüse sind nicht gerade alltäglich. Dann läuft der Sänger auch mal mit runtergelassenem Leibchen auf Händen über die Bühne oder der Keyboarder beackert sein Instrument mit irgendwelchen Knüppeln oder eigenen Extremitäten, die nicht wirklich dafür gedacht sind. Irgendwie krank. Aber auch recht amüsant... wenn man kein Gemüse abbekam *grins* Obwohl auch das den ersten Reihen durchaus Spaß zu machen schien.
Geboten wurden aber auch ein paar bekanntere Stücke wie "Böse", "Weg nach unten" oder der Grand-Prix-Song "Ick werd zum Schwein". Trotz allem weiß ich aber immer noch nicht so recht, was ich von der Truppe halten soll. Einerseits muß man wohl die CDs in Ruhe hören, um bei den Texten auf die Feinheiten achten zu können, andererseits hat man dann nicht das optische Rahmenprogramm dabei. Wie gesagt, irgendwie krank...

Waltari sind ganz anders, aber auch in gewisser Hinsicht ähnlich zu Knorkator. Ihre Musik sorgt zwar auch für Spaß, dieser wird aber auf andere Weise produziert. Die Finnen fahren einfach nur voll die Gute-Laune-Schiene. Wobei für meinen Geschmack der Schwerpunkt des Gigs zu deutlich auf den beiden Alben "Space Avenue" und "Radium Round" lag. Nicht, daß mir diese Platten nicht gefallen würden, aber die Band hat auch massig gute Songs im Gepäck, die weniger technolastig sind wie das neuere Material. Ich denke mal, Altfans werden gewiß ein wenig enttäuscht gewesen sein. Die Rock'n'Roll Fahne wurde dennoch die ganze Zeit über von Gitarrist Sami hochgehalten, der unbeirrt seine Matte wehen ließ und ein amtliches Brett hinlegte.
Und Waltari wären nicht Waltari, wenn nicht auch ein paar Fremdkompositionen dran glauben müßten. So z.B. Madonnas "Vogue", das vom Keyboarder ganz schön tief gegrunzt wurde. Der Zugabenteil wurde dann mit "The Dawning of Doom" von den Krupps eingeläutet, das traditionell in finnischer Sprache (bin auf den Refrain) intoniert wurde. Mich würde mal interessieren, was Kärtsy da wirklich singt, bei der Truppe würde es mich nicht wundern, wenn da alles andere als die wörtliche Übersetzung bei rumkommt. Auf jeden Fall bedeutete der Track den Höhepunkt des Auftritts, wenn es um Härte geht. Ebenfalls erst im Zugabenteil gab' es dann endlich den einzigen Song, der nicht von den beiden o.g. Alben oder der "Big Bang" Scheibe stammte. Die Rede ist logischerweise von "So fine". Diesen Hit wegzulassen kann man am ehesten damit zu vergleichen, daß Ministry "So what", Prong "Snap your fingers, snap your neck" oder die Farmer Boys "Never let me down again" weglassen würden *grins*

Dann war auch schon Schluß, der Veranstalter verkündete noch auf der Bühne, daß wirklich nichts mehr geht (das Publikum forderte noch lauthals nach mehr). Dies wurde von irgendeinem Spinner mit einem geworfenen Bier quittiert, das den guten Mann fast am Kopf erwischt hätte. So geht's doch nun wirklich nicht...
Knorkator waren anschließend noch auf einer Aftershow Party im Headbangers Ballroom, der logischerweise einige Songs der Truppe spielte. Da wurde mir dann doch klar, daß die Mucke für mich nicht als Dauerbeschallung taugt ;-)

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13.09.2000: Herzer, Farmer Boys, Oomph!; Hamburg, Markthalle

Das erste "richtige" Metal Konzert hier in Hamburg! Nach etwa 7 Monaten!! Ich beginne langsam zu glauben, daß man hier oben nicht so sonderlich mit Gigs verwöhnt wird...

Nichtsdestotrotz war die Vorfreude natürlich groß: endlich mal die Gelegenheit, Oomph! zu sehen, und vor allen Dingen die Jungs aus dem Schwabenländle wieder auf einer "normalen" Tour erleben zu können. Und da das recht anstrengend zu werden versprach, habe ich mir Herzer gespart. Im Vorraum konnte man zwar ein bißchen hören (modern, deutsch...), aber es reicht nicht, um da in irgendeiner Weise ein Urteil abzugeben. Zumindest einen Flyer mit der Webadresse habe ich irgendwo gesehen, wer also mit den beiden o.g. Adjektiven schon neugierig gemacht werden kann, sollte nicht die unheimlich großen Probleme haben, im Web was über die Band zu finden.
Bevor es zur Musik geht, vielleicht noch ein paar Bemerkungen vorweg: Die Boys scheinen es jetzt richtig drauf anzulegen! Am Merchandise Stand prangte ein ziemlich großes Banner mit dem Bandnamen (das Bühnenbackdrop stellte sich später als noch gigantischer heraus), Sticker gab's für lau und diverse neue Shirts waren mit am Start. Auch wenn ich nicht mitbekommen habe, wieviel über die Theke gegangen ist, sah es doch recht vielversprechend aus. Nur die ausliegende Liste für den Fanclub fand anscheinend nicht so großen Anklang. Aber das mag daran liegen, daß sich schon längst alle mal eingetragen hatten (ich hab's jetzt zum dritten Mal versucht, vielleicht kommt ja diesmal was... sicherer ist es wohl, wenn man auf der neuen Webseite des Fanclubs Farm2000 nach der Mitgliedschaft schaut).
Und für einen Nostalgiker wie mich gab's sogar noch einen "Altfan", der sich im CMF Shirt päsentierte. Diese Band habe ich schon öfter im Vorprogramm der Boys (und Schweisser) gesehen, leider ist es danach sehr still um sie geworden. Und auch der andere konnte mir da nicht weiterhelfen. Sollte es irgendwo da draussen jemanden geben, der bescheid weiß, dann bitte ich um Aufklärung...

Doch jetzt endlich zum musikalischen Teil des Abends! Eine nette Lichtshow begleitete das Intro und den Einmarsch der 'Fünf Freunde', bevor man den Set mit der ersten Single "Here Comes The Pain" begann. Faszinierenderweise wurden sofort in der ersten Reihe kräftig die Mähnen geschüttelt, wo man dem Hamburger Publikum doch immer eine Unterkühltheit nachsagt. Ich kann da jetzt nichts zu sagen, ganz vorne hatte ich besseres zu tun, als die Reihen hinter mir zu beobachten ;-) Später hatte ich dann aber schon welche getroffen, die meinten, daß überall sonst auf der Welt mehr Stimmung aufkommt als in der Hansestadt.
Anyway, was folgte, war wie schon wie in Cloppenburg eine recht gute Mischung aus alten und neuen Titeln. Von "The Good Life" über "Prized" bis "Farm Sweet Farm" und der Maxi-Dreingabe "Cowboys and Angels", die als erste Zugabe serviert wurde, war vom besten einiges dabei. Aber leider nicht alles! Ich hätte mir z.B. nochmal "When a Chicken cries for Love" gewünscht, oder - wie eigentlich die komplette Halle - "Never let me down again". Aber der Song ist bei der Truppe wohl unten durch und es besteht keine Chance mehr, live nochmal in diesen Genuß zu kommen. Obwohl doch damals - schnüff - dabei immer am meisten die Post abging. Solange dafür nicht "If you ever leave me standing" ins Programm aufgenommen wird, für mich der einzig langweilige Song auf der neuen Platte...
Dennoch, der Auftritt war richtig gut und souverän. Die Leistung der 5 Akteure kann man nur als tadellos bezeichnen. Der Ruf als exzellente Liveband wurde auf jeden Fall wieder untermauert und ich denke, nach der Tour wird die Truppe eine Menge Fans (zurück) gewonnen haben.

Den Anfang von Oomph! habe ich dann etwas später verpaßt. Eigentlich recht schade, denn der Auftritt sollte noch ganz ansprechend werden. Zu den dargebotenen Titel kann ich leider nur wenig sagen. Auf CD fand ich die Truppe immer etwas zwiespältig, d.h. ich kenne die nur von Freunden, da ich kein Geld für eine Platte ausgebe, wenn mir nur gerade mal die Hälfte der Tracks gefällt. In ihrer Karriere haben sich aber schon so manche Hits angesammelt, wie z.B. "Gekreuzigt" oder "Ice Coffin". Letzterer ist von allen Tracks, die ich kenne, mein Lieblingsstück. Generell mußte ich feststellen, daß ich das dargebotene immer dann irgendwie besser fand, wenn es als "Stück vom Defekt-Album" angekündigt wurde. Dagegen kann ich mich nicht entsinnen, "Wunschkind" oder "Suck, Taste, Spit" gehört zu haben. Vielleicht kamen die ja am Anfang, dann wäre es bei zweiterem ziemlich ärgerlich, mag ich das Teil doch noch aus diversen Zappelbuden.
Dem Ruf, auf der Bühne den Geisteskranken zu mimen, kam Sänger Dero auch dieses Mal nach. Jeder, der zumindest mal einen Livemitschnitt der Band gesehen hat, weiß sicher, was ich meine. Dafür hat er aber doch gut Kontakt zum Publikum gesucht und surfte mehrfach über den Köpfen der Menge. Davon vielleicht motiviert, meldeten sich auch noch ein paar andere Stagediver, die mehr oder weniger gekonnt vom Rest des Auditoriums aufgefangen wurden. Irgendwie hatte ich ein wenig das Gefühl, Oomph! waren an diesem Abend etwas besser in der Lage, das Publikum in Stimmung zu bringen.
Zugaben gab's hier auch, ganz am Ende stand Dero dann alleine auf der Bühne und gab einen der ersten Songs zum besten, an dessen Titel ich mich aber wirklich nicht mehr erinnern kann. Zumindest das Bumm-Bumm der Bass-Drum simulierte er ganz witzig durch Mikro-Auf-Brust-Klopfen, bevor der Gig gänzlich a capella ausklang.

Nachdem die Lichter schon gänzlich aus waren, blieb ich noch mit Freunden geraume Zeit im Eingangs-, Merchandise- und Thekenbereich. Von den Farmer Boys ließ sich die meiste Zeit auch immer mindestens einer blicken, etwas, das sich zum Glück nicht geändert hat seit der Zeit, wo ich alle NRW-Abstecher der Tour mitgemacht habe. Sehr erfreulich, das!
Das untrügliche Zeichen für einen überaus gelungenen Abend stellte sich dann tags darauf ein: Nacken- und Rückenschmerzen wie schon lange nicht mehr... Einen "besseren" Beweis gibt es doch nicht, oder ;-)

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25.09.2000: Herzer, Farmer Boys, Oomph!; Bochum, Zeche

Tja, wer jetzt ein paar Worte zu Herzer erwartet, den muß ich leider enttäuschen. Das ist das alte Leid mit der Zeche: wegen der Anwohner muß recht früh Schluß sein, d.h. Konzerte fangen dort auch immer etwas früher an. Wenn man bedenkt, daß die Fahrt dorthin auch etwas mehr als eine Stunde dauert und man sich durch den Feierabendverkehr quälen muß, um halbwegs pünktlich anzukommen, kann man sich leicht vorstellen, daß es nicht gereicht hat. Ich muß ja auch zugeben, daß ich den letzten Teil der Show hätte sehen können, wenn ich auf ein lebensnotwendiges Baguette verzichtet hätte. Aber nur mit Frühstück von vor x Stunden wäre ich sicherlich auch nicht sonderlich weit gekommen...

Zu den Jungs habe ich es dann logischerweise schon noch bis nach recht weit vorne geschafft. Wo dann aber eigentlich 'ne ganze Menge Platz war. Anscheinend waren zwar viele irgendwie neugierig auf die FB, aber doch noch etwas zurückhaltend. Nichtsdestotrotz wurde ich während des Gigs aber häufiger angerempelt als noch in der Markthalle, will sagen, daß nach meinem Empfinden etwas mehr los war im Publikum.
Die Setlist unterschied sich nicht wesentlich von der des Tourauftaktes, begonnen wurde wieder mit "Here comes the pain", dem direkt im Anschluß "End of all days" folgte. Zweiteres mausert sich in meinen Augen langsam zum Lieblingsstück der neuen Platte. Aber auch ältere Tracks kamen gut an und wurden teilweise mitgesungen, was wieder unterstreicht, daß die Boys jetzt nicht plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht sind, sondern schon über eine gewisse Fanbasis verfügen, die sich möglicherweise nach dieser Tour vergrößert hat.
Viel kann ich eigentlich gar nicht sagen, bei so vielen Gigs hintereinander ist es schwierig, die einzelnen Abende noch richtig auseinander zu halten. Vor allem, da ich den Bericht erst nach so langer Zeit in Angriff nehmen konnte... Was ich aber sicher sagen kann ist, daß dieser Abend sowas wie ein kleines Jubiläum dargestellt hat: mein 10. Farmer Boys Gig. Da wird so schnell wohl keine andere Band rankommen. *grins*

Oomph! habe ich dann nicht mehr gesehen, da standen wir (Freunde und Farmer-Bekannte aus dem Netz) die meiste Zeit draußen vor der Halle oder am Merchandise Stand, wo man dann auch immer wieder auf die Musikanten treffen konnte, sowohl von den FB als auch von Herzer. Deren Bassist - damit es ihn wirklich bis ans Lebensende verfolgt *grins* - mal bei Herzblatt in der ARD gewesen ist...

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26.09.2000: Herzer, Farmer Boys, Oomph!; Köln, Live Music Hall

Der vorletzte Gig dieser Tour (es folgte noch Darmstadt) war für mich wahrscheinlich der letzte diesen Jahres. Es sei denn, es gibt noch 'ne Überraschung...
Und dieses Mal sind wir mit einer richtigen Horde angerückt. Wenn man die Freunde aus Hamburg, deren Freunde aus der Solinger Ecke und alle aus meiner "alten Heimat im Westen" mitzählt, komme ich auf 17 Nasen, die sich in der Live Music Hall eingefunden hatten. Und da sonst die letzte Chance verstrichen wäre, wollte ich dann doch noch mal reinschauen, wie Herzer denn überhaupt sind ;-)
Ich muß ja sagen, der Musikstil sagt mir vom Prinzip schon nicht zu. Von anderen vielen so Vergleiche wie "Deftones", "Limp Biskit" etc., halt nur mit deutschen Texten. Ich will nicht sagen, daß der Sechser (ein Sänger, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug sowie ein Scratcher) seine Sache schlecht gemacht hat, aber mir gibt diese Musikrichtung wirklich nichts. Die Leute sind aber ganz sympathisch, wie man am Vortag erleben konnte und auch Toni von den FB immer wieder bestätigte.

Vielleicht klingt es jetzt ein bißchen langweilig, wenn ich sage, wie die Farmer Boys ihren Set begannen, denn da hat sich im Gegensatz zu 24h davor nichts getan *grins* Im weiteren Verlauf des Auftritts aber kam dann doch noch Abwechslung hinzu in Form von "Farm 2000" und "Relieve the tension", ansonsten waren die Songs bei den drei Konzerten, die ich gesehen habe, identisch. Was aber vielleicht hervorzuheben wäre ist die Tatsache, daß die Jungs am Ende von "New breed of evil" jedesmal heftigst rumgebraten und gebrüllt haben. Wirklich heavy! Und in Bochum hatte dazu noch das Outfit von Toni gepaßt, der dort im Napalm Death Shirt auf die Bretter kam.
Apropos Toni, der arme Kerl durfte sich später als Oomph! spielten von einem guten halben Dutzend Leute anhören, daß zur Perfektion ihrer Gigs eigentlich immer nur eins fehlt: so ein älterer Song, der eigentlich von Depeche Mode stammt, den die Truppe ansolut nicht mehr spielen will, aber jeder Fan hören möchte. Ein ziemliches Dilemma. Ich kann mir ja gut vorstellen, daß man als Band irgendwann auf manche Songs keinen Bock mehr hat, vor allem, wenn's nicht mal 'ne Eigenkomposition ist. Aber kann man denn all diese Rufe ignorieren??! Ich hoffe, nicht auf Dauer *grins*
Und das war's dann auch vorerst mit Livegigs der Jungs, aber mit 4 Auftritten dieses Jahr habe ich wieder den Schnitt von 1997 erreicht. So darf das weitergehen...

Einen Teil von Oomph! habe ich mir danach auch nochmal angesehen. Die Truppe hat schon einige ziemlich gute Songs im Gepäck, aber für meinen Geschmack sind leider nicht alle gleich überzeugend. Und wie ein Kumpel von mir bestätigen konnte, waren "Wunschkind" und "Suck, Taste, Spit" wirklich nicht im Programm. Aber möglicherweise hat das einen ähnlichen Grund wie das Fehlen von "Never let me down again" bei den Boys und die Band will sich nicht zu sehr in Standards festfahren.
Aber nach diesen drei gemeinsamen Konzerten von Oomph! und den Farmer Boys finde ich, daß man die beiden Bands nicht wirklich vergleichen kann. Wer jetzt besser war, wessen Mucke mehr mitreißt, wo mehr los war, ich kann es irgendwie nicht sagen. Hat vielleicht auch was damit zu tun, daß ich bei den FB irgendwie ganz anders an die Sache rangehe. Mit denen hab' ich schon desöfteren mal ein Wörtchen gewechselt und Oomph! hab' ich jetzt nur auf der Bühne und nie vorne rumlaufen sehen.
Na egal, für mich war Köln auf jeden Fall der krönende Abschluß, bei dem es vorne am meisten abging. Etwas merkwürdig waren allerdings die vielen Kameras, da das Konzert für Viva II aufgezeichnet wurde. An sich kommt der Hinweis an dieser Stelle wohl zu spät, da es sicher schon längst gesendet wurde. Ich hab's jedenfalls nicht gesehen, schade eigentlich! Abgesehen davon hieß es, daß Teile davon für's nächste Video benutzt werden sollen. Da besteht dann eventuell doch noch die Möglichkeit, den ein oder anderen Bekannten bei einem Schwenk über die vorderen Publikumsreihen zu sehen ;-)

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