Windkraftanlagen, eine Alternative, die keine ist?!


Ihr fragt Euch sicher, was das Thema Windräder auf meiner Page zu suchen hat. Nun ja, relativ kurz vor unserer Haustüre befinden sich gleich 4 von den Dingern, aber sowas konntet Ihr Euch bestimmt schon denken. Leider existiert in der Öffentlichkeit ein meines Erachtens völlig falsches Bild von diesen WKAs (Windkraftanlagen, so die offizielle Abkürzung). Das Internet dient ja der Verbreitung von Information und Meinungsaustausch, und letzteres ist der Sinn dieser Seite: meine persönliche Meinung (die ich niemanden aufzwingen will und kann) zu diesem Thema loszuwerden.

Nachträgliche Infos


Belästigungen

Auch wenn viele (die nicht tagtäglich damit leben müssen) das wahrscheinlich nicht nachvollziehen können, Windräder können erheblich stören. Zuerst wäre da das anhaltende, monotone Surren, ähnlich penetrant wie das Fiepen in den Ohren, wenn man von einem lauten Konzert nach Hause kommt. Vor diesem Geräusch kann man nicht wegrennen, vor allem nachts, wenn viele sonstige Geräuschquellen ausgeschaltet sind, macht sich dieses bemerkbar. Natürlich gibt es Geräuschmessungen, mit denen man die Verträglichkeit messen kann, doch da die Ergebnisse in Dezibel-Bereichen liegen, über die jeder Bauarbeiter oder regelmäßige Discogänger lachen würde, nimmt man diese nicht ernst. Völlig außer acht gelassen wird dabei die Zeitspanne und die äußeren Umstände (einerseits hört man Baulärm , den man selbst verursacht, während man unter Belastung steht, andererseits wird man mit einem Heulen konfrontiert während man schlafen/sich erholen will). Außerdem haben die Vermesser leicht reden, sie kommen zu den Dingern hin, machen, wofür sie bezahlt werden, und dampfen anschließend wieder ab.
Und da ein solches Windrad inzwischen fast nirgendwo mehr alleine steht, kommt es aufgrund von kleinen Unterschieden in der Umlaufgeschwindigkeit benachbarter Rotoren zu "Schwebungen". Vielleicht kennen einige das Experiment mit den zwei leicht verstimmten Stimmgabeln, dort kommt es zu einem An- und Abschwellen des Tones. Leider fällt mir dazu jetzt kein passender Vergleich ein, es ist jedenfalls deutlich nerviger als ein anhaltender Ton von konstanter Frequenz.
Was aber - im Gegensatz zum Lärm - zunächst kein Außenstehender nachvollziehen kann, ist die optische Beeinträchtigung. Im Normalfall bekommt man dann zu hören, daß "Strommasten doch schließlich auch zuhauf in der Gegend rumstehen". Natürlich, aber diese bewegen sich nicht! Und das macht in der Tat eine Menge aus. Ganz blödes Beispiel ist, wenn man gemütlich im Garten sitzen will und das komplette Blickfeld mit Windrädern zugepflastert ist (Windparks bestehen nicht selten aus 8 bis 30 einzelnen Rädern mit Höhen zwischen 80m und 120m und einem Platzbedarf von ca.10ha pro Stück , wenn sich die Räder nicht gegenseitig den Wind "abgraben", d.h. optimal laufen, sollen(in der Realität sind es meist weniger, dann sinkt aber auch die Effizienz)). Aber auf die Idee, sich vor eine laufende Waschmaschine zu setzen, kommt dagegen keiner.
In Naherholungsgebieten kann sich so etwas auch negativ auf die Belegung einzelner Hotels/Pensionen auswirken. Kann man da vielleicht noch weggucken, sieht es bei dem sog. "Disco-Effekt" oder Schattenschlag schon ganz anders aus. Darunter versteht man, daß wenn die Sonne ungünstig steht, man einem ständigen Licht-Schatten-Wechselspiel ausgesetzt ist. Als krasses Beispiel soll hier das Stroboskop-Licht aus Discotheken angeführt werden, aber &aauml;hnlicher ist es dem Eindruck, den man bekommt, wenn man bei tiefstehender Sonne bei hoher Geschwindigkeit mit dem Auto eine Allee entlangf&aauml;hrt und der Schatten der Bäume schnell an einem vorbeihuscht. Konzentrierte Arbeit ist dabei nicht möglich (mein Zimmer liegt so, daß ich zu einer bestimmten Zeit des Tages nicht an meinem Schreibtisch arbeiten kann), im Gegenteil, man fühlt sich nach wenigen Minuten der Konzentration als hätte man stundenlang angestrengt über eine Sache gebrütet und es stellen sich Kopfschmerzen ein.
Wirklich gefährlich werden kann es im Winter bei Frost. Es bildet sich eine Eisschicht auf den Rotoren und wenn es wieder taut, koennen sich einzelne Eisstücke lösen und bis zu einigen 100m weit geschleudert werden. Und das, wo sich manche Windräder nicht weiter als 30m von Straßen entfernt befinden. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, andere Industrieanlagen werden mit Schutz- und Sicherheitsbestimmungen nur so zugehäuft, WKAs dagegen nicht.


wirklicher Nutzen

Was in der Öffentlichkeit trotz all dieser Nachteile immer noch für eine breite Akzeptanz von Windparks führt, ist der "offensichtliche" ökologische Nutzen, den sie haben. Auch hier besteht ein eklatanter Informationsmangel! Die Wahrheit sieht wie folgt aus (und jetzt folgen ein paar Zahlen, auch wenn mir bewußt ist, daß man im Prinzip jede Statistik so präsentieren kann, daß sie die eigenen Interessen unterstützt):


und noch ein paar Worte

Bei uns stehen die Dinger nun mal, aber es geht auch gar nicht darum, sie auf Biegen und Brechen abreißen zu lassen und schon gar nicht darum, dem jeweiligen Erbauer seine Gewinne (die sich nach ca.10 Jahren erst einstellen) nicht zu gönnen, sondern darum, zu informieren, damit nicht noch mehr Windräder in unzumutbarer Nähe von Siedlungen erbaut werden. Denn wenn die Dinger erstmal stehen, muß man sich meist auf gerichtlichem Wege einigen, was meines Erachtens unnötig und unangenehm ist. Verliert dann ein Betreiber einen Prozeß gegen einen Anwohner, dann muß die Stadt/die Gemeinde, die das Bauvorhaben genehmigt hat weil sie anscheinend die Konsequenzen nicht überblickt hat, die Kosten übernehmen. Es gibt noch keine festen Regelungen oder Gesetze über Abstände zu Wohngebieten oder über Lärmemissionen, deshalb herrscht sehr oft Unklarheit bei den Betreibern und Gemeinden und es kommt immer wieder zu Konflikten. So sprechen Empfehlungen z.B. von Mindestabständen von 700m bis 900m, bei uns ist dies aber nicht der Fall, ein Windrad steht nur ca.450m von einem Haus entfernt. Die armen Betroffenen werden dann zu allem Überfluß auch noch als 'Umweltgegner' oder 'Fortschrittshemmer' beschimpft.

 

Weiterführende Links:
Bundesverband WindEnergie e.V.  
Die Großen Windmacher Artikel über Windkraft im Stern
Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energieen  
REISI  
Rommersheim gegen Windkraftanlagen Informationen über die Situation in Rommersheim
Thesenpapier Umweltverträgliche Nutzung der Windenergie Vorschlag von Richtlinien zum Bau und Betrieb von Windkraftanlagen
Windenergie: Anspruch und Wirklichkeit Kritische Bilanz der bisherigen Entwicklung und Vorschläge für weiteres Vorgehen
Windenergie: Pro und Contra Gegenüberstellung von Argumenten für und gegen die Windenergieerzeugung
Windenergie und Vogelschutz Die Problematik von Nistplätzen und Zugrouten
Windseite Hermann Bergmann Bericht eines Betroffenen aus Angeln (Schleswig Holstein)
Windseite Wilfried Heck Sehr umfangreiche Sammlung von Infos und Neuigkeiten zur Windenergie


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© 1998-2001 The_One_Brack@Bigfoot.Com Diese Seite stellt keine Meinungsäußerung der RWTH Aachen dar! Last updated: 24-Jun-2001